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Archiv des Autors: kuhlerampe

DIE VIELEN wenden sich aus aktuellem Anlass an die Öffentlichkeit:

Wir, Die VIELEN Baden-Württemberg, nehmen die Ängste und Sorgen vor den ökonomischen Folgen der Pandemie sehr ernst. Gerade viele Kulturschaffende und Künstler*innen sind zum Teil in existentielle Not geraten. Wir sehen es dennoch als eine unserer Hauptaufgaben an, kritisch zu hinterfragen, warum die Reaktionen auf die Pandemie bereits existierende Ungleichheiten, Rassismus und diffuse Verschwörungsmythen offen legen. Diffuse Behauptungen und Rassismus dürfen keinesfalls die Antwort auf die Herausforderungen der Pandemie sein. Auch den “Normalzustand” wiederherzustellen ist nicht das Ziel, denn die Unsicherheit und die z.T. prekären Arbeitsbedingungen existierten bereits bei vielen Kulturschaffenden vor der Krise. Vielmehr müssen wir die Strukturen des Kunstbetriebs grundlegend neu verhandeln.

Der erste Schritt hierfür ist zu lernen, mehr Perspektiven mitzudenken, eigene Privilegien anzuerkennen und die notwendigen Veränderungen gemeinsam zu gestalten und politisch einzufordern, anstatt den einen gesellschaftlichen Bereich gegen den anderen auszuspielen. Auch darf uns die Corona-Krise nicht dazu verleiten, die globalen Zustände vor dem Ausbruch der Pandemie zu vergessen: Klimakrise, Fluchtursachen, Kriegsgeschehen rund um den Globus – Deutschland ist an diesen Vorgängen in einer Form beteiligt, die nach wie vor nicht hinnehmbar ist und politisch verändert werden muss.

Die Pandemie betrifft uns alle und jede*r Einzelne von uns muss mit persönlichen Einschränkungen umgehen. Dennoch, und das stimmt uns hoffnungsfroh, gab und gibt es hier in Baden-Württemberg viele solidarische Aktionen aus der Zivilgesellschaft heraus. Das stärkt das Zusammenleben in unserer diversen Gesellschaft. Auch wenn Corona-bedingte Ein-schränkungen aufgehoben werden und das gesellschaftliche Leben verstärkt im öffentlichen Raum stattfindet, stellt sich die Frage: Wie vieles davon hat über die Krise hinaus Bestand? Schaffen wir es, diesen Zusammenhalt zu wahren?

Wir tragen als Künstler*innen und Kulturschaffende mit unserer Reichweite eine Verantwortung. Wir suchen in unserer Arbeit ständig nach Möglichkeiten des Dialogs, den wir als unabdingbare Grundlage aller demokratischen Prozesse verstehen. Aber wir blicken mit Sorge auf die jüngsten äußerst fragwürdigen Aktionen u.a. der sogenannten Querdenker an verschiedenen Orten in Baden-Württemberg, die sich angeblich für den Erhalt des Grundgesetzes einsetzen. Rechte Gruppierungen laufen auf diesen Demonstrationen selbstbewusst mit.
Wir distanzieren uns eindeutig von demokratie- und freiheitsfeindlichen, faschistoiden und damit letztlich auch kunst- und kulturfeindlichem Gedankengut. Unser Kunstbegriff ist immer ein offener, vielstimmiger und freiheitlicher.

Lasst uns Zeichen gegen den Populismus setzen, lasst uns an die Solidarität appellieren, lasst uns Aufklärungsarbeit betreiben und – vielleicht am Wichtigsten – lasst uns Stellung beziehen gegen Rechts und für eine nachhaltige, gerechte und diverse Gesellschaft.

Wir, DIE VIELEN und all jene, die diesen Brief unterschrieben haben, wollen die Komplexität der aktuellen Lage anerkennen und die Herausforderungen gemeinsam angehen.

Wir stehen weiter zu den notwendigen Maßnahmen, die diese Pandemie eindämmen sollen, auch wenn es uns – wie allen Betroffenen – nicht immer leicht fällt.

Wir erklären uns solidarisch mit allen unseren Kolleg*innen aus Kunst und Kultur und all jenen, die damit verbunden sind und somit von der Situation nicht nur finanziell sondern auch ideell betroffen sind.

Uns allen fehlte der Kontakt zueinander und zu unserem Publikum, und wir sind froh wieder sichtbar für alle spielen, singen, tanzen, ausstellen und schreiben zu können.

Wir sind VIELE – die Kunst bleibt frei!

Glänzende Grüße

Die VIELEN Baden-Württemberg

Markus&Markus – unsere Beziehung zur Rampe ist wie die Beziehung einer Rakete zum Mond.

Markus&Markus ist ein Theaterkollektiv aus Hildesheim. Lara-Joy Hamann hält den Laden zusammen, sowohl künstlerisch, als auch organisatorisch. Katarina Eckold dreht alle Videos, schneidet sie und ist auch sonst für die Bildgestaltung in jeglicher Hinsicht verantwortlich. Markus Schäfer kommuniziert gern, entwickelt Konzepte und performt. Markus Wenzel, der meist eher im Stillen vor sich hintüftelt, schreibt den ein oder anderen Text und performt auch. Alle vier sind leidenschaftliche InvestigateurInnen und stehen als Markus&Markus seit 2011 für eine ureigene Form politischen Theaters, pennälerhafte Penetranz und radikale Perfektionslosigkeit.

Die Rampe in einem Wort?

Wolkenkuckucksheim oder Kalsarikännit.

Dein absurdestes Bar-Gespräch in der Rakete?

Was kostet die Leggins aus der Winterkollektion?

Die denkwürdigste Vorstellung (auf der Bühne oder als Zuschauer*in)?

ANKUNFT THEATER RAMPE #5 nach der Vorstellung von ZWISCHEN DEN SÄULEN – wir werden den Abend nie vergessen.

Welcher Leitspruch beschreibt Deine Arbeitsmoral am besten?

Eure Katharsis ist unser Auftrag.

Welche Marotte lieben andere an Dir?

Leggins.

Dein Lieblingsort in der Rampe?

Infinity Pool.

Welcher Sound läuft auf Deiner Premierenfeier?

Major Tom.

Was wolltest Du der Rampe und/oder Rakete schon immer mal sagen?

Wir mögen Eure Zahnradbahnsammlung. Das ist die schönste Zahnradbahnsammlung, die wir je gesehen haben.

 

 

 

 

Fotos: Alex Wunsch

Foto: Alex Wunsch

Foto: Alex Wunsch

 

Nicki, Bel und Heiko von backsteinhaus produktion, Kooperations- und Diskussionspartner, zuständig für Bewegung und Lärm

Die Rampe in einem Wort?

Kunstfreiheit

Dein absurdestes Bar-Gespräch in der Rakete?

Gibt es nicht. Wir reden nicht gern.

Die denkwürdigste Vorstellung (auf der Bühne oder als Zuschauer*in)?

WOLFGANG als der 2 KW runterkrachte, die Leuchtstoffröhren vorne platzten und die Leute sich die Ohren zuhielten.

Welcher Leitspruch beschreibt Deine Arbeitsmoral am besten?

Belli:  only solution

Nicki: go go go

Heiko: Hauptsache, die Leute heulen.

Welche Marotte lieben andere an Dir?

Dass wir bis zur letzten Minute alles aus den Stücken rausquetschen, was drin steckt.

Dein Lieblingsort in der Rampe?

Die Technik (Herzchen Herzchen)

Welcher Sound läuft auf Deiner Premierenfeier?

Bass

Was wolltest Du der Rampe und/oder Rakete schon immer mal sagen?

Ihr kriegt uns nicht mehr los! : )

 

Foto: Saara Autere

Anna-Maija Terävä, Performerin und Tänzerin

My name is Anna-Maija Terävä. I am a dance artist from Finland. I work with the performance collective Oblivia and have had a premier at Theater Rampe in 2017,  with the show called Nature Theater of Oblivia. Our next premier at Rampe will be in February 2020. I was also giving a workshop with Oblivia at 6 tage frei-Festival in 2017.


The Theater Rampe in one word?

Bravo

Your most absurd bar-talk at Rakete?

About the popularity of heavy music in Finland.

The most memorable performance (on stage or as a spectator)?

The Players 2017 (as a spectator)

Which motto describes your work ethic best?

Less is more but also more is more.

What quirk do others love about you?

Me bringing chocolate to the rehealsars.

What sound is going on at your premiere party?

80´s and 90´s hit music…

What did you always want to say about Theater Rampe and/or Rakete?

It is definitely the best theater I have ever worked in.

 

Das Festival DIE IRRITIERTE STADT (21.-26. Juli 2020) sucht Chöre und Sänger*innen

Für die Uraufführung der Chor-Sinfonie CIRCLES für bis zu 300 Mitwirkende mit Musik, Gesang, Bewegung und Tanz im Stuttgarter Stadtraum suchen wir Chöre und Sänger*innen. Sie sind eingeladen, Teil eines großen theatralischen Rituals zu werden. Der Komponist Amir Shpilman schreibt dafür eine Partitur, die Regisseurin Marie Bues inszeniert sie gemeinsam mit der Tänzerin Ariel Cohen und dem Bildenden Künstler Yair Kira.

Profis und Amateure jeden Alters, mit viel oder wenig Erfahrung und Leidenschaft zur Musik aus Stuttgart und Umgebung sind herzlich willkommen!

Termine:
Generalprobe + 2 Aufführungen im Rahmen des Festivals DIE IRRITIERTE STADT, 21.-26. Juli 2020
1 bis 2 Probentermine nach individueller Absprache im Zeitraum März bis Mai 2020

Idee:
Jede Stadt hat ihren eigenen Rhythmus aus täglichen Routinen. Jede Stadt bildet ein subtiles Beziehungsgeflecht zwischen den Menschen, die in ihr leben, und ein Gefüge aus Klängen, Gerüchen, Emotionen und Farben. CIRCLES macht diese mehrdimensionale Stadt in einem groß angelegten Ritual sichtbar und erlebbar. Neben Musik und Tanz kommt eine Drohnen-Projektion zum Einsatz. Eine chaotisch-eruptive Feier von menschlichen Beziehungen und ihrer Komplexität.

Chorarbeit:
Die Komposition besteht aus einer einfachen ca. 10 minütigen Partitur, die die Chorleiter*innen selbstständig mit ihren Chören einstudieren können, und die in einfachen Variationen in der Aufführung
zusammengesetzt wird. Der Komponist Amir Shpilman kommt zu einzelnen Proben dazu und gibt Einsichten in seine Arbeit.

Das musikalische Material verspricht neue Erfahrung und viel Spaß: Es ist einfach zu proben und dennoch vielfältig an musikalischen Facetten. Lernt neue Chorgesangstechniken, eine Aufwärmübungen für jede Probe auf jedem musikalischen Niveau und Bewegungsmaterial für Auftritte kennen, die Ihr als Chor auch zukünftig auf Euer Repertoire anwenden könnt. Außerdem kommt eine digitale Notation zum Einsatz, die keine musikalischen Vorkenntnisse voraussetzt und von den Chören weiter verwendet werden kann. Werdet Teil eines Abenteuers der zeitgenössischen Musik!

Bewerbung bis zum 21. Februar 2020

Information: Fabian Lang (fabian.lang [at] mdjstuttgart.de)

DIE IRRITIERTE STADT – EIN FEST DER KÜNSTE versammelt Projekte und Aufführungen aus Tanz, Theater, Performance, Musik, Aktionen, Stadtrundgängen u.v.m in Stuttgart. Sie untersuchen die Frage, wie Stadtgesellschaft und Kunst im öffentlichen Raum Perspektiven für ein Zusammenleben in der Stadt gestalten und im Austausch miteinander weiterentwickeln können.

DIE IRRITIERTE STADT ist ein Projekt von Akademie Schloss Solitude, Freie Tanz- und Theaterszene Stuttgart, Musik der Jahrhunderte, Produktionszentrum Tanz und Performance und Theater Rampe im Rahmen von Tanzpakt Stuttgart.

Gefördert von TANZPAKT Stadt-Land-Bund aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch die Stadt Stuttgart.

Derzeit probt das Team um Gerda Knoche für „Fragt mich was ich werden will und ich sag:“, welches im Rahmen der Imaginale 2020 Premiere hat.

Premiere: 03.02.2020
Tri-Bühne Stuttgart, 21:00 Uhr

Ein Stück über Träume, über Kindheit und Erinnerung.
Aber eigentlich geht es um Fußball.

Was wollten wir wirklich werden, als wir klein waren? Wir bewegen uns durch Bilder, Träume und Idole, in einer fulminanten Glitzerwolke, zwischen Aufzeichnung und Live-Broadcast. Zum Klang der Championsleague-Hymne und den Triumpfschreien des Torschusses. Aber die Zeit zögert: Aufnahme und Projektion verschieben sich, Lücken entstehen, wie die Lücken zwischen Realität und Wunsch – das Delay-Moment des Erwachsenwerdens.

Von:
Gala Goebel (Spiel/Video/Konzept),
Gerda Knoche (Spiel/Bühne/Konzept),
Helga Lázár (Spiel/Regie/Konzept),
Sára Gábor (Dramaturgie),
Stefanie Oberhoff und Stephanie Rinke (Künstlerische Betreuung),
Anne Brüssau (Technik),
und Johannes Prucsi (Sounddesign)

https://www.imaginale.net/programm/event/2735/
http://gerdaknoche.de/

Eine Performance mit drei ungeprobten Menschen

Im Januar 2020 wird Ant Hampton für eine Probenresidenz am Theater Rampe zu Gast sein, um gemeinsam mit den Künstler*innen Nora Tormann, Anna Rispoli, Dora Meierhans and Arantxa Martinez an seinem neuen Stück ZWEI ERWACHSENE UND EIN KIND zu arbeiten.

Für die Recherche-Phase werden sie zwischen 3. und 11. Januar eine Reihe von „ungeprobten Gastperformer*innen einladen. Gesucht werden jeweils zwei Erwachsene und ein Kind zwischen 8 und 10 Jahren. Der Zeitaufwand ist einmalig ca. 2 Stunden. Hinweis: Deutsch-Kenntnisse sind nur für die Kinder erforderlich.

Bei Interesse, einfach eine E-Mail an kontakt@theaterrampe.de senden.

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Zwei Erwachsene und eine Kind

ist eine automatisch ausgelöste Performance mit drei Personen auf der Bühne: zwei Erwachsene und ein Kind. Alle drei Darsteller*innen sind völlig unerprobt und daher für jede Präsentation unterschiedlich. Das Publikum entdeckt alles zur gleichen Zeit wie die Darsteller*innen.

Die beiden Erwachsenen (egal welchen Alters und Geschlechts) erhalten visuelle Hinweise auf einem Bildschirm hinter dem Publikum und reagieren darauf. Ihr Blick wird von zwei weiteren Bildschirmen zur Linken und Rechten gelenkt. Ihre Performance wird sich also auf Bewegungen fokussieren und nicht auf Sprache. Das Kind (im Alter von 8 bis 10 Jahren) hingegen erhält ihre*seine Anweisungen per Kopfhörer.

Während die Performer*innen sich bewegen und auf die Anweisungen reagieren, spricht eine tiefe Stimme zum Publikum. Sie wechselt zwischen Narration, Kommentar, Interpretation und Gesang; die Verbindung zum Bühnengeschehen ist bisweilen eindeutig, bisweilen eher indirekt.

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Der Moment, in dem wir jemanden zum erstenmal auf der Bühne sehen, ist aufregend. Wir wissen nicht, wer die Person sind, wen oder was sie repräsentieren oder ob sie überhaupt jemanden oder etwas darstellen. In dieser Performance haben auch die Darsteller*innen keine Ahnung. Sie begeben sich gemeinsam auf die Suche und versuchen Schlussfolgerungen zu ziehen. Das Stück spielt mit unserem Bewusstsein und präsentiert verschiedene mögliche Interpretationen. Handelt es sich um eine Familie? Hat sich das Kind verirrt? Hat das Kind das Sagen? Was haben diese Menschen erlebt, was verkörpern sie?

“So gleiten wir hinein in Normen wie in Kleidungsstücke, ziehen sie uns über, weil sie bereitliegen für uns, weil sie uns übergestülpt werden, weil sie sich anpassen oder weil wir, unbemerkt, uns anpassen. […] „Home is where we start from“, hat der Psychologe D. W. Winnicott einmal gesagt, Heimat ist das, von wo wir ausziehen, wo wir beginnen. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist nicht das, wo wir bleiben, es ist nicht, das was uns unverändert begleitet. (Carolin Emcke: Wie wir begehren)

 

 

ENGLISH VERSION:

A performance for three unrehearsed humans

In January  2020 Theater Rampe will be hosting Ant Hampton for a residency for research into a new work, TWO ADULTS AND A CHILD, together with artists Nora Tormann, Anna Rispoli, Dora Meierhans and Arantxa Martinez.

For their research phase, they will require a series of ‘unrehearsed guest performers’ to come in and work with them for defined sessions between January 3 and 11. Please note, only the child needs to speak German; for the adult performers, language is no problem!

If you or anyone you can think of are interested, please read the description below and get in touch by email kontakt@theaterrampe.de

***

TWO ADULTS AND A CHILD

is an automatically-triggered performance with three bodies on-stage: two adults and a child. All three performers are completely unrehearsed, and therefore different for each presentation. The audience are aware of discovering everything at the same time as the performers.

The two adults (who can be of any age or gender) respond to visual cues from a screen behind the audience: they copy what they see, as best they can. Their gaze is moved around by two other screens to the left and right, hidden in the wings. Their performance will therefore be focussed on movement (no speaking). The child will be between 8-10 years old and receives his/her instructions via headphones.

While all three performers move and respond to the prompts, a low voice speaks to the audience. This voice shifts mode between narrating, commenting, interpreting and singing; its connection to what’s happening at times explicit, at others oblique.

*

When we first see someone on a stage, it’s exciting when we don’t know who they are, who or what they represent, or even if they want to represent something or someone. In this instance, the performers also have no idea! Everyone is searching together, trying to come to conclusions. The piece plays with our awareness of this shared search, and presents different possible interpretations or outcomes. Is it a family? Is the child lost? Is the child in charge? What have these people lived, what do they embody?

„We slip into norms the way we slip into clothes, putting them on because they’re laid out ready for us, because someone pulls them over our heads, because they come to fit us or because, without even noticing, we come to fit them. (…) ‚Home is where we start from,’ the psychoanalyst D. W. Winnicott once said, and it is no more and no less than that. It is where we begin, where we set off from. It’s not where we stay; it’s not somewhere that accompanies us unchanged.” – Caroline Emcke, ‚How We Desire’

 

 

 

Derzeit sind Gruppe CiS im Rahmen von Freischwimmen zu Gast auf unserer Probebühne. Freischwimmen ist eine Produktionsplattform für Performance und Theater, getragen durch brut Wien FFTDüsseldorf, Gessnerallee Zürich, Schwankhalle Bremen, Sophiensæle Berlin und Theater Rampe.

Die Plattform konstituiert sich seit 2018 in veränderter Aufstellung und unter dem Titel FREISCHWIMMEN neu als internationale Austausch- und Produktionsplattform für junge Gruppen und Künstler*innen aus Theater und Performance. So gibt es nun mit Residenzen, Workshop-Showings und Gastspielen und Labs einzelne Module, die je nach den Bedürfnissen der Künstler*innen und Kapazitäten der Häuser unterschiedlich kombiniert werden können.

Gruppe CIS zum derzeitigen Stand der Proben:
Ich hab darüber nichts Besonderes zu berichten. Sondern es geht mir gut. Ich bin überzeugt: So wie diese Reaktion aufgetreten ist, so wird sie auch wieder vergehen. Und ich kann dich beruhigen. Es wird wohl nur das nicht zu verortende Schnurren gewesen sein, das deine Brüche kitten hilft, die du dir zugezogen hast, als du hingepresst wurdest, in die Welt hinaus gepresster kleiner schwarzer Punkt, aus dem du dich geschält hast. Es sah so aus weil du fielst, du kamst heraus geknospt eigentlich. Und der Beweis findet sich in den tabellarisch geordneten Gliedmaßen und den zur Ansicht ausgebreiteten Gewebe-Tunikas.
All diese Schmierer für nichts.
So, da ist er also, der Körper. Sehen Sie genau hin und dann vergessen Sie alles.
Beteiligte an dieser Arbeit der Gruppe CIS: Judith Engel, Sabrina Schray, Surja Ahmed, Johannes Frick, Severin Hallauer

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Für die neue Produktion des Stuttgarter Künstler-Duos Herbordt/Mohren DAS FESTIVAL werden Kinder und Jugendliche gesucht, die Lust haben, sich im Rahmen des Kinderprogramms mit kurzen Kompositionen Neuer Musik zu beschäftigen. Mit Knackfröschen, Pauken, Stimmen, Keyboards, Füßen, Klangpostkarten und einem faltbaren Gewächshaus. Eine erfahrene Schlagzeugerin und eine ebensolche Erzieherin aus Stuttgart begleiten Euch dabei. Musikalische Vorkenntnisse oder Spielerfahrungen im Theater sind keine Voraussetzung.

Wo
Theater Rampe Stuttgart

Wann
Kennenlernen bei einem Termin nach Absprache zwischen dem 24. und 31.10.2019
Aktionszeitraum: 1. November: 10-20, 2. November,14-20 Uhr
Rückmeldungen und Fragen bitte an: produktion@theaterrampe.de

Wer
Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 18 Jahren.

Die Kinder und Jugendlichen können selbst wählen, welche Stücke sie kennenlernen möchten, wieviel Zeit sie mit den Kompositionen verbringen möchten und ob am Ende eine Ton- und/oder Videoaufnahme stehen soll. Wir freuen uns, Euch kennenzulernen!

Melanie Mohren, Bernhard Herbordt und das Team der Rampe.

Mehr:
info@die-institution.org
Tel.: 0711-57646575
http://www.die-institution.org


DAS FESTIVAL ist die Feier einer anderen Welt. Zuschauer*innen reisen auf erfundenen (oder verschütteten) Routen zu Hotels, Akademien und besonderen Orten, die es so nicht (oder nicht mehr) gibt. Ohne den Saal im Theater Rampe zu verlassen. Begleitet von Performer*innen, Musiker*innen. Alle zu besuchenden Orte sind selbst Kunstwerke: ein Feld als Leinwand, eine unendliche Bibliothek, ein unvollendetes Theater, eine ausrangierte Fähre als Foyer. Das Festival ist ein unmögliches Festival, kuratiert und in Szene gesetzt von Melanie Mohren und Bernhard Herbordt, mit Uraufführung von Original-Kompositionen verschiedenster Komponist*innen zeitgenössischer Musik.

Foto: Nina Gühlstorff

Der vierte Tag des Volks*theaters, 28.06.2019 – Denkwerkstatt! Mit den vergangenen Abenden, Performances, Inputs, der Musik und zahlreichen Gesprächen als Basis, stehen Fragen im Raum:

Welche Offenheit benötigt ein Volks*theater? Ist eine Leitung notwendig? Oder sollte diese gezielt abgegeben werden? Wäre es fahrlässig, ein Volks*theater leiten zu wollen? Soll sich das entstandene Volks*theater alleine weiterentwickeln? Oder ist es eigentlich eine Inszenierung des Theater Rampe?

Wie schafft es Theater, keine Identitätspolitik zu verhandeln, sondern ein gesellschaftliches Miteinander zu erzeugen?

Was kann man aus dem Feedback aus der Recherchephase – Relevanz der Kostenfrage, zeitökonomische Priorisierungsnotwendigkeit, Vereinbarkeit von Familie & Theaterbesuch, ein Theater auf dem öffentlichen Platz – nun ein Volks*theater gestalten?

Wie schafft man den Übergang aus der Recherche-Phase zum Volks*theater-Ensemble? Wie kriegt man die immense Diversität der vergangenen Wochen überführt in einen für alle Seiten bereichernden, produktiven Austausch? Wie können Theaterlaien und Theaterprofis künftig miteinander arbeiten? Wie werden Expert*innen künftig definiert?

Wie kann eine hybride Theaterform erzeugt werden?

Welche Formate eignen sich?

Welcher Ort eignet sich für das Volks*theater?

Nach zahlreichen Gesprächen auf dem Marienplatz haben es letztlich nur Wenige zur Open-Space-Phase auf die Bühne geschafft – die meisten davon mit Theater- und Kunsterfahrung. Was bedeutet das für das Volks*theater?

Wie können die zahlreichen Möglichkeiten der Fortführung miteinander vereint werden? Wie vermeidet man bei Open-Stage-Abenden Willkür? Soll jemand ein Thema setzen und versuchen, möglichst viele unterschiedliche Beteiligte darunter zu fassen?

Haben wir die finanziellen Mittel, das Volks*theater weiterzuführen? Wollen wir das überhaupt?

Doch zunächst wird Positionierung erfordert: Ich bin das Volk! Wir sind das Volk! Theater muss authentisch sein! Theater muss zweckfrei sein! Theater ohne Publikum ist kein Theater! Theater muss politisch sein! Theater muss lustig sein! Theater muss kostenlos sein! Das Theater Rampe muss kostenlos sein (– die Intendanz stimmt zu)! Ich möchte selber gerne auf einer Bühne stehen! Ich fühle mich auf der Bühne des Staatstheaters Stuttgart repräsentiert! Ich fühle mich auf der Bühne des Theater Rampe repräsentiert! Ich glaube, dass Theater eine Emotion auslösen kann! Theater muss auf einer Bühne stattfinden! Gibt es ein Theater für alle? Ich weiß, warum so viele Leute nicht ins Theater gehen!
Das Publikum wird aufgelöst und steht plötzlich selbst auf der Bühne. Und bevor jemand mit seiner Antwort alleine dasteht, wechselt ein*e andere*r auch mal aus Solidarität die Seite.

Themensammlung für den Abend:

VOLK* – Theater für alle – Identität

Mobilität – Stadtentwicklung – Umweltschutz – Veränderung

Veränderung! – Was wollen wir bewahren? Was wollen wir verändern?

Was ist die Ressource Theater?

Demokratie – Effizienz von demokratischen Prozessen? In welchen Strukturen wollen wir Theater machen?

Welt ohne Geld – von Marktorientierung zu Bedürfnisorientierung

Theater im Theater? Theater im öffentlichen Raum?

Zeit

Schuld

Ermächtigung + Handlungsfähigkeit

Zugänglichkeit

Verteilung

Und schließlich: Präsentation!

VERTEILUNG & ZUGÄNGLICHKEIT

Unter den Stichworten Verteilung und Zugänglichkeit wird vom Theater der Zukunft sinniert: Es gäbe kein Geld mehr, das Theater wäre gemeinsames Eigentum, Güter sowie Aufgaben würden im Kollektiv verteilt, die Zugänglichkeit gesichert! Dies führte zu Ermächtigung, Handlungsfähigkeit, Mitbestimmung.

Auf das Theater von heute übertragen, steht fest: Das Publikum muss eingeladen werden, mitzuentscheiden, mitzustimmen, Teil zu sein. Häufige Teilhabe führt zu Selbstermächtigung, häufiges Tun führt zu mehr Handlungsfähigkeit.

Eine weitere Idee: Durch die Einladung zum gemeinsamen Essen (Ressourcenteilung – Verteilung im Kollektiv) wird die Schwelle zum Theater niedrig angesetzt. Geteilte Ressourcen: begonnen beim Essen werden schließlich Gedanken geteilt.

„DAS THEATER ALS MODELL FÜR EINE GESELLSCHAFTLICHE STRUKTUR“

(Teilhabe am) Theater und (Teilhabe an der) Gesellschaft bedingen sich gegenseitig.

 

VERÄNDERUNG

Die Frage nach Veränderung ist verbunden mit der Frage nach dem Leidensdruck: Wie viel muss passieren, wie schlecht muss es einem gehen, damit Veränderung möglich ist? Wann ist das Maß voll? Wo liegt die Schmerzgrenze? Und warum gelten jene, die Veränderung wollen oder fordern oft als Spinner oder bekommen den Stempel der Rückständigkeit aufgedrückt?

Für die Form des Theaters bedeutet das: Wer Veränderung anstoßen will, muss die Vorstellungskraft nähren. Denn wer Dinge verändern will, muss sich vorstellen können, was kommen könnte, was möglich wäre, wie es sein könnte danach.

Wie jedoch vermeidet man, belehrend zu wirken und behält gleichzeitig den Mut, zu belehren, da doch, wer verändern will, auch vermitteln muss?

Als Lösungen werden vorgeschlagen:

* Durch Rollenwechsel Offenheit erzeugen.

* Durchlässigkeit der Themen innerhalb des Theaters

* Üben ! Also: Den Theaterabend dazu nutzen, um das Publikum etwas machen zu lassen, das es sonst noch nicht gemacht hat. Das Publikum erleben lassen. Es an Orte führen, an denen es noch nicht war. Barrieren einreißen!

* Austausch auf digitaler Ebene – E-Theater – Teilhabe durch Soziale Medien etc. – ein Online-Theaterstück – Austausch zwischen Menschen und Kulturen bspw. durch Digitales möglich machen – Internationalität – Reichweite

„NICHT DEN MUT VERLIEREN“

RESSOURCE THEATER

Wo ist unsere Bühne?

Im öffentlichen Raum. Sie ist bewegbar. Sie hängt auf keinen Fall an einem Auto. Sie ist unterwegs, mobil. Das Theater wird zu den Leuten gebracht!

Was findet auf der Bühne statt?

Die Bühne als Speakers Corner – jeder kann hingehen, sagen was er will, Ideen präsentieren und finden. Die Bühne ist eine für die Öffentlichkeit. Gleichzeitig nicht unbedingt Bühne nur für Kleinkunst. Ein Volks*theater nur vom Theater Rampe?

Außerdem wird auf der Bühne gelacht. Über Humorvolles bis Zynisches. Es ist ein Theater der Rückmeldung. Die Leute werden befragt, was sie gesehen haben. Ob ihnen gefallen hat, was sie gesehen haben. Ob es etwas zu ergänzen gibt. Was auf der Bühne stattfindet, zeichnet sich durch Prozesshaftigkeit aus. Eine stetige Verhandlung des Stoffes.

Wer steht auf der Bühne?

Auf keinen Fall nur Laien. Auch richtig gute Profis, die mit Laien interagieren. Heterogenität ist wichtig. Nicht nur bezüglich der Profession, auch bzgl. des Alters, der Herkunft etc.

Wer finanziert das?

Finanzierung muss sektorenübergreifend stattfinden! Das Theater muss dafür bezahlt werden, dass es auf die Straße geht und anderen dabei hilft, sich zu verändern. Das Geld sollte jedoch nicht nur aus öffentlicher Hand kommen. Auch die Wissenschaft muss finanzieren, dass Gesellschaft und Kunst zusammenkommen!

Außerdem:

Kunst / Theater ermöglicht gesellschaftliche Freiräume.

„DIE KUNST MUSS RAUS ZU DEN LEUTEN!“

DEMOKRATIE

Unserem demokratischen System fehlt es an einem Antagonisten, einem Counterpart. Ohne Antagonismus kommt es auf der anderen Seite zu Wildwuchs.

Deshalb die These: Das Theater kann neue Regeln für die Weiterentwicklung der Demokratie liefern. (Es wird der Bezug zum Theater der Antike als Schule der Demokratie gezogen.)

Regeln fürs Volks*theater – und die Demokratie:

* Transparenz!

* Das Theater muss raus aus den Bühnen. Schon allein, da der Bühnenraum immer auch undemokratisch ist als von Menschen geschaffen, die damit auch die Regeln für den Raum festgelegt haben – wer macht die Türen auf, wer das Licht aus?

* Vermittlungsarbeit / Zugänglichkeit

* Kultivierung des Zwischenrufs! Mitsprache durch Zwischenruf und Einspruch.

* Publikumsbeteiligung!

* Themen werden in der Gruppe ausgewählt, Themenfindung als demokratischer Prozess: Durch Aushandeln und Abstimmung. Oder durch ein Moment der rotierenden Entscheidung (Damit nicht immer nur die mehrheitsfähigen Themen auf der Agenda stehen.)

* Das Volks*theater kostet Eintritt – jedoch im Sinne eines Solidarpakts: Jeder gibt, so viel er kann. Die, die mehr haben, geben mehr, die, die wenig haben, geben nichts.

„THEATER ALS (MOBILES) VEHIKEL DER VERÄNDERUNG DER DEMOKRATIE“

– Theater als Tool, um eine Nachricht unter den Menschen zu verbreiten.

FROM US TO YOU!

Am Ende des Abends ist klar:
Es gibt den Wunsch nach weiteren Treffen und weitergehenden Workshops.
Aber es gibt schon viele Thesen – nun folgt der Versuch, das Ausprobieren.
Und es steht fest: Alles passt irgendwie zusammen, die Gedanken ähneln sich, die Themen und Bedürfnisse sind gleich.

Es sprachen und diskutierten:

Robert – Schauspieler. Martina – Theaterleitung. Muna – Workshopleitung, wird das Erarbeitete zusammenfassen und, im besten Fall, in Form bringen. Tomislav. Nina – Regisseurin, beschäftigt sich mit Öffnungsprozessen im Theater, ist zu Gast aus Weimar. Alexander – Künstler in Stuttgart. Florentine – interessierte Begleitung. Moritz – Bühnen- und Kostümbildstudent und Ausstattung beim Volks*theater. Efti – zufällige Begegnung vom Marienplatz mit der Neugier, was aus dem Volk*theater entstehen wird. Doro – unbeteiligte Neugierige. Conny – Sozialarbeiterin & Fahrlehrerin, interessiert sich für die Frage, ob Veränderungsprozesse von Räumen auch durch sowas wie das Volks*theater erzeugt werden. Leon. Kristin – New English American Theatre.