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Künstler*innen

DIE VIELEN wenden sich aus aktuellem Anlass an die Öffentlichkeit:

Wir, Die VIELEN Baden-Württemberg, nehmen die Ängste und Sorgen vor den ökonomischen Folgen der Pandemie sehr ernst. Gerade viele Kulturschaffende und Künstler*innen sind zum Teil in existentielle Not geraten. Wir sehen es dennoch als eine unserer Hauptaufgaben an, kritisch zu hinterfragen, warum die Reaktionen auf die Pandemie bereits existierende Ungleichheiten, Rassismus und diffuse Verschwörungsmythen offen legen. Diffuse Behauptungen und Rassismus dürfen keinesfalls die Antwort auf die Herausforderungen der Pandemie sein. Auch den “Normalzustand” wiederherzustellen ist nicht das Ziel, denn die Unsicherheit und die z.T. prekären Arbeitsbedingungen existierten bereits bei vielen Kulturschaffenden vor der Krise. Vielmehr müssen wir die Strukturen des Kunstbetriebs grundlegend neu verhandeln.

Der erste Schritt hierfür ist zu lernen, mehr Perspektiven mitzudenken, eigene Privilegien anzuerkennen und die notwendigen Veränderungen gemeinsam zu gestalten und politisch einzufordern, anstatt den einen gesellschaftlichen Bereich gegen den anderen auszuspielen. Auch darf uns die Corona-Krise nicht dazu verleiten, die globalen Zustände vor dem Ausbruch der Pandemie zu vergessen: Klimakrise, Fluchtursachen, Kriegsgeschehen rund um den Globus – Deutschland ist an diesen Vorgängen in einer Form beteiligt, die nach wie vor nicht hinnehmbar ist und politisch verändert werden muss.

Die Pandemie betrifft uns alle und jede*r Einzelne von uns muss mit persönlichen Einschränkungen umgehen. Dennoch, und das stimmt uns hoffnungsfroh, gab und gibt es hier in Baden-Württemberg viele solidarische Aktionen aus der Zivilgesellschaft heraus. Das stärkt das Zusammenleben in unserer diversen Gesellschaft. Auch wenn Corona-bedingte Ein-schränkungen aufgehoben werden und das gesellschaftliche Leben verstärkt im öffentlichen Raum stattfindet, stellt sich die Frage: Wie vieles davon hat über die Krise hinaus Bestand? Schaffen wir es, diesen Zusammenhalt zu wahren?

Wir tragen als Künstler*innen und Kulturschaffende mit unserer Reichweite eine Verantwortung. Wir suchen in unserer Arbeit ständig nach Möglichkeiten des Dialogs, den wir als unabdingbare Grundlage aller demokratischen Prozesse verstehen. Aber wir blicken mit Sorge auf die jüngsten äußerst fragwürdigen Aktionen u.a. der sogenannten Querdenker an verschiedenen Orten in Baden-Württemberg, die sich angeblich für den Erhalt des Grundgesetzes einsetzen. Rechte Gruppierungen laufen auf diesen Demonstrationen selbstbewusst mit.
Wir distanzieren uns eindeutig von demokratie- und freiheitsfeindlichen, faschistoiden und damit letztlich auch kunst- und kulturfeindlichem Gedankengut. Unser Kunstbegriff ist immer ein offener, vielstimmiger und freiheitlicher.

Lasst uns Zeichen gegen den Populismus setzen, lasst uns an die Solidarität appellieren, lasst uns Aufklärungsarbeit betreiben und – vielleicht am Wichtigsten – lasst uns Stellung beziehen gegen Rechts und für eine nachhaltige, gerechte und diverse Gesellschaft.

Wir, DIE VIELEN und all jene, die diesen Brief unterschrieben haben, wollen die Komplexität der aktuellen Lage anerkennen und die Herausforderungen gemeinsam angehen.

Wir stehen weiter zu den notwendigen Maßnahmen, die diese Pandemie eindämmen sollen, auch wenn es uns – wie allen Betroffenen – nicht immer leicht fällt.

Wir erklären uns solidarisch mit allen unseren Kolleg*innen aus Kunst und Kultur und all jenen, die damit verbunden sind und somit von der Situation nicht nur finanziell sondern auch ideell betroffen sind.

Uns allen fehlte der Kontakt zueinander und zu unserem Publikum, und wir sind froh wieder sichtbar für alle spielen, singen, tanzen, ausstellen und schreiben zu können.

Wir sind VIELE – die Kunst bleibt frei!

Glänzende Grüße

Die VIELEN Baden-Württemberg

Markus&Markus – unsere Beziehung zur Rampe ist wie die Beziehung einer Rakete zum Mond.

Markus&Markus ist ein Theaterkollektiv aus Hildesheim. Lara-Joy Hamann hält den Laden zusammen, sowohl künstlerisch, als auch organisatorisch. Katarina Eckold dreht alle Videos, schneidet sie und ist auch sonst für die Bildgestaltung in jeglicher Hinsicht verantwortlich. Markus Schäfer kommuniziert gern, entwickelt Konzepte und performt. Markus Wenzel, der meist eher im Stillen vor sich hintüftelt, schreibt den ein oder anderen Text und performt auch. Alle vier sind leidenschaftliche InvestigateurInnen und stehen als Markus&Markus seit 2011 für eine ureigene Form politischen Theaters, pennälerhafte Penetranz und radikale Perfektionslosigkeit.

Die Rampe in einem Wort?

Wolkenkuckucksheim oder Kalsarikännit.

Dein absurdestes Bar-Gespräch in der Rakete?

Was kostet die Leggins aus der Winterkollektion?

Die denkwürdigste Vorstellung (auf der Bühne oder als Zuschauer*in)?

ANKUNFT THEATER RAMPE #5 nach der Vorstellung von ZWISCHEN DEN SÄULEN – wir werden den Abend nie vergessen.

Welcher Leitspruch beschreibt Deine Arbeitsmoral am besten?

Eure Katharsis ist unser Auftrag.

Welche Marotte lieben andere an Dir?

Leggins.

Dein Lieblingsort in der Rampe?

Infinity Pool.

Welcher Sound läuft auf Deiner Premierenfeier?

Major Tom.

Was wolltest Du der Rampe und/oder Rakete schon immer mal sagen?

Wir mögen Eure Zahnradbahnsammlung. Das ist die schönste Zahnradbahnsammlung, die wir je gesehen haben.

 

 

 

 

Fotos: Alex Wunsch

Foto: Alex Wunsch

Foto: Alex Wunsch

 

Nicki, Bel und Heiko von backsteinhaus produktion, Kooperations- und Diskussionspartner, zuständig für Bewegung und Lärm

Die Rampe in einem Wort?

Kunstfreiheit

Dein absurdestes Bar-Gespräch in der Rakete?

Gibt es nicht. Wir reden nicht gern.

Die denkwürdigste Vorstellung (auf der Bühne oder als Zuschauer*in)?

WOLFGANG als der 2 KW runterkrachte, die Leuchtstoffröhren vorne platzten und die Leute sich die Ohren zuhielten.

Welcher Leitspruch beschreibt Deine Arbeitsmoral am besten?

Belli:  only solution

Nicki: go go go

Heiko: Hauptsache, die Leute heulen.

Welche Marotte lieben andere an Dir?

Dass wir bis zur letzten Minute alles aus den Stücken rausquetschen, was drin steckt.

Dein Lieblingsort in der Rampe?

Die Technik (Herzchen Herzchen)

Welcher Sound läuft auf Deiner Premierenfeier?

Bass

Was wolltest Du der Rampe und/oder Rakete schon immer mal sagen?

Ihr kriegt uns nicht mehr los! : )

 

Foto: Saara Autere

Anna-Maija Terävä, Performerin und Tänzerin

My name is Anna-Maija Terävä. I am a dance artist from Finland. I work with the performance collective Oblivia and have had a premier at Theater Rampe in 2017,  with the show called Nature Theater of Oblivia. Our next premier at Rampe will be in February 2020. I was also giving a workshop with Oblivia at 6 tage frei-Festival in 2017.


The Theater Rampe in one word?

Bravo

Your most absurd bar-talk at Rakete?

About the popularity of heavy music in Finland.

The most memorable performance (on stage or as a spectator)?

The Players 2017 (as a spectator)

Which motto describes your work ethic best?

Less is more but also more is more.

What quirk do others love about you?

Me bringing chocolate to the rehealsars.

What sound is going on at your premiere party?

80´s and 90´s hit music…

What did you always want to say about Theater Rampe and/or Rakete?

It is definitely the best theater I have ever worked in.