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Das THEATRE OF THE LONG NOW dehnt sich nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich aus – wie immer sehr langsam: Eine Baumreihe wird als Vorstellung von Zukunft gepflanzt und vorgestellt. Es wäre möglich, dass dem einen oder anderen die dabei entstehenden Szenen bekannt erscheinen. Künstler*innen der Wagenhalle stellen sich vor – auch als Teil der mindestens 100-jährigen Vorstellung des Theaters. Verträge werden geschlossen, neue Allianzen geknüpft und eine utopische Zukunft beschworen. Der Weg dahin führt einmal quer durch die Container City.

Der neue Audiowalk entstand während der VERLÄNGERUNG im Jahr 2019 und ist nun permanent auf dem Gelände des THEATRE OF THE LONG NOW und der Fläche der Containercity installiert. Der Startpunkt der elf Stationen am Rande der Theaterbrache, dort wo die Hedwig-Dohm-Straße von der Haltestelle „Pragfriedhof“ auf die Brache trifft, ist gut erkennbar an dem gelben Schild. Per QR-Code ist der Audiowalk 24/7 zugänglich und kann individuell besucht werden, Vorstellungsdauer sind ca. 40 Minuten.

Was brauchst Du?
Ein Smartphone mit mobilem Internet und QR-Code-Reader, sowie Kopfhörer. Falls Dein Handy kein QR-Code Reader hat, können die jeweiligen Web-Adressen im Browser von Hand eingegeben werden (Anweisung auf den Schildern.)

Ort:
Kunstverein Wagenhalle e. V. / Brache bei der Container City
Innerer Nordbahnhof 1
70191 Stuttgart
Deutschland


Das THEATRE OF THE LONG NOW ist das Versprechen, auf einer Brachfläche in Stuttgart eine mindestens 100 Jahre andauernde Aufführung stattfinden zu lassen. Es hat kein Dach, aber ein Ensemble. Es ist eine Institution, aber nirgendwo rechtlich erfasst. Es hat Zuschauer, aber weder ein Mensch noch ein Tier wird je die ganze Aufführung erleben. Das THEATRE OF THE LONG NOW ist sehr langsame Aktionskunst. Das THEATRE OF THE LONG NOW ist eine Produktion von Hertel+Ferl und dem Bureau Baubotanik in Zusammenarbeit mit Kunstverein Wagenhalle e.V. und dem Theater Rampe.


Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Stuttgart, dem Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende
 Baden-Württemberg e.V. sowie dem Förderprogramm urbanes Grün des Amts für Stadtplanung und Stadterneuerung der Stadt Stuttgart.

Stuttgart, 24.6.19

Über die Brachfläche des THEATRE OF THE LONG NOW

Brachflächen sind das letzte freie ökologische und kulturelle Potential unserer Städte und ihrer urbanen Räume. Auf bestehenden Parkanlagen und anderen grünen Infrastrukturen lastet bereits ein hoher Nutzungsdruck, welcher durch Landflucht, Investitionen und Spekulationen in die bauliche Infrastruktur und den Bedarf an lokaler Naherholung als auch durch den Tourismus weiter zunehmen wird.

Das THEATRE OF THE LONG NOW an der Wagenhalle in Stuttgart verkörpert das Versprechen, auf einer Brachfläche eine mindestens 100 Jahre andauernde Theateraufführung stattfinden zu lassen. Teil dieser Aufführung sind Wachstumsprozesse, Bauprozesse, soziale, politische und performative Prozesse. Es theatralisiert eine künstlich angelegte Brachfläche auf dem Areal der Wagenhalle in Stuttgart. Mittels baubotanischen und performativen Eingriffen reagieren die Künstlerinnen Alice Ferl und Stine Hertel mit den Architekten des Bureau Baubotanik auf die Entwicklung der Brache insgesamt und gestalten diesen Prozess mit. Die Brache als vermeintliche Leerstelle im urbanen Kontext wird so zu einem Handlungsspielraum und Ort kultureller Verhandlung.

Im THEATRE OF THE LONG NOW gibt es unzählige Beteiligte, welche diesen Prozess beeinflussen und damit mitbestimmen. Darunter der Boden, Pflanzen und Insekten, Steine und Mineralien, technische Einrichtungen aus Metall und eine Schildkröte, welche die Langfristigkeit der Zeit verkörpern. Mindestens ein junger und ein alter Mensch garantieren die Generationenfolge. Das Wetter und der Kostendruck, mangelnde Solidarität und manchmal nicht nachvollziehbare politische Entscheidungen sind ebenso entscheidend für den Verlauf der Vorstellung, wie das Durchhaltevermögen verschiedenster Institutionen, die dieser Vorstellung eine Struktur geben. Der weitere Verlauf der Vorstellung ist momentan noch nicht absehbar, da einige Beteiligte ihren Platz noch nicht eingenommen haben, oder noch nicht von der Intendanz entdeckt worden sind.

Beiratsgründung

Um dieser Verhandlung des THEATRE OF THE LONG NOW einen konkreten Rahmen zu geben, gründet sich in diesem Jahr ein Beirat, der es sich zum Ziel setzen will, die zukünftige Entwicklung der Brache mit ihren bereits aktiven Beteiligten aktiv mitzugestalten und zu begleiten. Um es nicht mit Unbekannten zu tun zu haben und die allgemeine Interessenlage der betroffenen Parteien nachvollziehen zu können, dient diese Präambel der Vorstellung eines noch unvollständigen Gefüges aus Beteiligten, Handlung und Versprechen, die den bisherigen Zustand dieser Brachfläche charakterisieren und hoffentlich auch zukünftig ausmachen werden. In diesem Gefüge an Beteiligten, welche sich dem mindestens 100-jährigen Fortbestehen der Brache als THEATRE OF THE LONG NOW verschrieben haben, können nicht alle für sich selber sprechen. Die Beteiligten und zu Vertretenden sind aktuell: Die Pflanzen, das Gestein, die Insekten, die Tiere, die Bakterien & Pilze, die Fläche, die Brache, der Boden, die Ökologie, der Kunstboulevard, das Theater, die bildende Kunst und die darstellende Kunst, die Kulturtechnik, die Pflege und der Freiraum.
Hierfür sind wir auf der Suche nach Repräsentierenden, die sich durch einen
Perspektivwechsel auf die Bedürfnisse der ihr zu vertretenen Beteiligte einlassen möchten und diese vertreten können.

Ziel:

Der Beirat soll zum „engagierten Backstage“ des THEATRE OF THE LONG NOW werden, um ganz konkret dafür zu sorgen, dass dieses Theater jetzt, morgen und übermorgen und auch in 95 Jahren noch als ein offener Freiraum existieren kann, mit dem sich JETZT arbeiten lässt, weil wir JETZT die Organisationsstrukturen experimentell austesten, damit sie sich verstetigen lassen. Es geht darum, Ansprechpartner*innen aus verschiedensten Fachrichtungen zu Wort kommen zu lassen, um sie im gelungensten Fall als „Gefährten“ für das THEATRE OF THE LONG NOW zu gewinnen.

Mehr Infos unter: https://theaterrampe.de/stuecke/the-theatre-of-the-long-now

THEATRE OF THE LONG NOW

Brache bei der Container City
Innerer Nordbahnhof 1
70191 Stuttgart

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10 Tage waren wir mit unserem „Volks*theater“-Bauwagen auf dem Marienplatz und haben alle, die uns dort begegnet sind, gefragt: Was für ein Theater wollt ihr ? Was kann Theater alles sein? Kann es sowas wie ein Volks*theater heute noch geben? Wie sähe das aus?

Mehr göttliche Komödien // Wir wollen mehr Schweinchentheater //Ein Theater mit mehr Zusammenhalt// I want theatre which adresses people of colour and feminst Mums//Theater? – Ja, schwierig!//: I want to get paid. // Ich würde selber lieber Konzerte geben// Theater auf Augenhöhe und nicht zu artsy

Und jetzt laden wir kurze Ausschnitte aus den Gesprächen, Ideen und Beispielen vom 25.6.-29.6. auf die Bühne des Theater Rampe ein – und Sie / Euch dazu!

Wir hoffen, dass wir die vielen auf dem Marienplatz geknüpften Fäden bei uns im Theater neu verknoten können.

VOLKS*THEATER KALENDER

25.6., 20 Uhr // Volks*theater trifft Matriarchale Volksküche
Theorie und Praxis für ein neues Volks*theater. Wir kochen und essen gemeinsam auf der Bühne. Input von: Hanna Noller und Sebastian Klawiter (Stadtlücken) über den öffentlichen Raum und von Samira Messner über Diversität und Öffnung von Institutionen. Ab 19 Uhr beginnt das gemeinsame Schnibbeln und Piroge-Kneten mit der „Matriarchalen Volksküche“: ein Topf Eintopf.

26.6 und 27.6., 20 Uhr // Volks*theater Praxis: Das Herzstück.
Pro Abend tragen 6-8 Gäste aus der Nachbarschaft ihre Ideen, Beispiele für oder Gedanken über ein neues Volks*theater vor: Musik, Performance, Text, Kritik. Mit: Mehdi Tavoli, Helga Brehme, Kirsten Schulze und Charles Urban, Dahab Borke, Magda Agudelo, Carmen Stürmer, Thorsten Puttenat und Martin Zentner, Tatjana Milicevic, Philine Pastenaci, Kathrin Wegehaupt, Alex Sowa, Robert Atzlinger, Bureau Baubotanik, Yago Brasil, u.a.

28.6., 20 Uhr // offene Denkwerkstatt Volks*theater: Wie geht es weiter?
Hier laden wir alle ein, die dem Volks*theater verbunden bleiben wollen. Gemeinsam mit einer Mediatorin entwickeln wir eine Zielvorstellung für ein Volks*theater in der nächsten Spielzeit und lernen Methoden dafür. Offen für alle: für Zuschauer*innen, Interessierte, Beteiligte.

29.6., 18-21 Uhr// Volks*theater meets Sommerrampe
Ausstellung, Sommer-Hocketse und Open Mic. Ab 15 Uhr beginnt unser Saisonabschluss-Fest.

 

Mehr: https://theaterrampe.de/stuecke/volkstheater-rampe

 

Paula und Nina.

Seit zehn Tagen stehen wir mit einem mobilen Volks*theater-Büro auf dem Marienplatz und kommen  täglich mit verschiedensten Menschen ins Gespräch: Was für Orte nutzt Du in Stuttgart?
Welche in unserer Nachbarschaft? Was sucht Du dort? Was fehlt Dir? Gehst Du uns Theater? Wieso nicht? Welche Themen fehlen? Fühlst Du Dich auf der Bühne repräsentiert? Und muss das sein?

Hier einige Antworten:
„Mehr göttliche Komödien“
„Wir wollen mehr Schweinchentheater“
„Ein Theater mit mehr Zusammenhalt“
„I want theatre which adresses people of colour and feminist Mums.“
„Theater? – Ja, schwierig!“
„I want to get paid.“
„Theater ist genauso gut wie Kino“
„Ich würde selber lieber Konzerte geben“
„Für authentisches Theater mit interessanten Frauenrollen!“
„Theater auf Augenhöhe und nicht zu artsy“

Und weil es Ende der Spielzeit ist:
„Ich will kein Theater, ich will Urlaub!“

Noch bis 7.6.2019 auf dem Marienplatz in S-Süd: das mobile Volks*theater-Büro

 

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Aktuell sind die apokalyptischen tänzer*innen bei uns auf der Probebühne und gehen unter der kreativen Leitung von Mugetha Gachago (Jahrgang 2009) von der Rampe aus auf Recherchetour in die Stuttgarter Innenstadt. Die Fundstücke werden in den kommenden Tagen für das Publikum aufbereitet.

Am 9.&10. Juni finden öffentliche Spaziergänge geführt von Mo (Mugetha Gachago) jeweils ab 15 Uhr statt. Der Spaziergang startet an der Lange Straße 32-40.

Bitte unter karten@ae-oe.de anmelden!

Dieses Projekt der apokalyptischen tänzer*innen (Mona Louisa-Melinka Hempel & Jasmin Schädler & Calendal)
ist gefördert durch die Landeshauptstadt Stuttgart.

Kreative Leitung: Mugetha Gachago
Musikalische Leitung: Sara Glojnarić
Produktion: schaefer&soehne

http://www.apocalypse.dance

 

Theater Rampe erhält den Theaterpreis des Bundes 2019

„Das Theater Rampe in Stuttgart verkörpert ein Stadttheater neuen Typs im besten Sinne.“

Zum dritten Mal wird 2019 der Theaterpreis des Bundes von Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters am 27. Mai in Gera verliehen. Der mit 75.000 Euro dotierte Theaterpreis zeichnet auch in diesem Jahr vor allem kleinere und mittlere Häuser aus, die vor Ort gesellschaftlich wichtige Debatten anstoßen und das Leben der jeweiligen Stadtgesellschaften aktiv mitgestalten. Aus 119 Bewerbungen wählte die Fachjury elf Theater aus, darunter auch das Theater Rampe – als erstes Haus in Baden-Württemberg.

Laut Grütters brauchen diese Theater Mut zum künstlerischen Experiment: „Nicht selten müssen sie auch ihre künstlerische Freiheit verteidigen. Der Theaterpreis des Bundes, der als ‚Ermutigungspreis‘ gedacht ist, möchte diese Bühnen darin bestärken.“ Damit findet die Weiterentwicklung von zeitgenössischen Theaterformen und Produktionsweisen Anerkennung, für die die Rampe exemplarisch in der Region ist.

Die Auszeichnung für die Rampe begründet die Jury wie folgt:

„Ausgehend vom zeitgenössischen Autor*innentheater gelingt es dem Theater Rampe in Stuttgart, vielfältige Verbindungslinien herzustellen, zu staatlichen Theatern ebenso wie vor allem zur lokalen und überregionalen Szene der freien darstellenden Künste, für die es vitaler Impulsgeber ist. In wenigen Jahren entwickelte das Intendantinnen-Duo Marie Bues und Martina Grohmann und ihr Team das Theater zu einem überregional beachteten Produktionshaus für freies Theater aller Genres.

Zahlreiche Künstler*innen erarbeiten und präsentieren hier zeit- und gesellschaftskritische, experimentelle, ästhetisch fordernde Produktionen vom Sprechtheater über Performance bis zu Tanz- und interdisziplinären Projekten. In groß angelegten transdisziplinären Kooperationen, etwa mit Institutionen der bildenden Künste, und in Kollaboration mit diversen kommunalen Initiativen erzeugt die Rampe Wirkung weit über den Bühnenrand hinaus bis in die Mitte der Stadtgesellschaft.

Mit partizipativen Formaten schafft das Theater relevante Beiträge zu einer performativen Stadtentwicklung, vernetzt Künstler*innen und Publikum und ist Motor und Transmissionsmedium aktueller gesellschaftlicher Diskurse. Das Theater Rampe in Stuttgart verkörpert ein Stadttheater neuen Typs im besten Sinne.“

 

http://www.theaterrampe.de

http://www.kulturstaatsministerin.de

http://www.iti-germany.de

PRESSEINFORMATION

Stuttgart, 15.04.2019                                                                  

Am Samstagabend ging 6 TAGE FREI 2019 zu Ende. An sechs wunderbaren Festivaltagen kam in Stuttgart die freie Szene zum Tanz- und Theaterpreis der Stadt Stuttgart und des Landes Baden-Württemberg zusammen. „Wir sind sehr, sehr glücklich über die positive Resonanz beim Publikum, aber auch bei den überregionalen Theaterkolleg*innen“, resümierten die Intendantinnen Marie Bues und Martina Grohmann.

Besonders betonten die künstlerischen Leiterinnen von 6 TAGE FREI die gute Stimmung und Festivalatmosphäre, zu der ganz entscheidend die Festivalbühne in der Foyerhalle des Theater Rampe beitrug. „Es war eine glückliche Fügung, dass die Hochschule für Gestaltung Karlsruhe diese eingerichtet hat“, so Grohmann.

Neben den Aufführungen der Preisträger*innen präsentierte das Festival ein vielseitiges Programm von Initiativen und Künstler*innen aus den freien Szenen, aus Musik, Tanz, Theater, Performance, Installation sowie Multimedia Art. Verschiedene Workshops und ein umfangreiches Rahmenprogramm begeisterten sowohl das Publikum als auch die Fachbesucher*innen. Insbesondere die Begegnung mit She She Pop war überaus anregend. In den Workshops kam diesmal nicht nur Nachwuchs zum Zuge, sondern wurden Teilnehmer*innen aus Bildender und Sprechkunst, Performance, Tanz und Figurentheater zusammengebracht.

Die Preisverleihung am Samstagabend unterstrich nochmals die Idee der künstlerischen Leiterinnen, nicht den Wettbewerb, sondern die Öffnung des Festivals ins Zentrum zu stellen.  Neben den zehn Tanz- und Theaterpreisen wurden an diesem Abend auch zwei Produktionen für je ein Gastspiel ausgewählt: Lucky Bastards von Edan Gorlicki / INTER-ACTIONS (Heidelberg) und Surround von Overhead Project (Tübingen/Köln) sind 2020 zum „& friends-Festival“ (Festival der Festivals der Freien Darstellenden Künste) eingeladen.

Das Publikum, welches nach jeder Vorstellung abstimmen durfte, war begeistert von der Mischung aus Performance, Tanz und Circus, so dass Bernhard Löffler von der Kulturgemeinschaft Stuttgart auch den Publikumspreis an Overhead Project überreichte: Als Publikumsliebling wird die Gruppe in der Saison 2019/2020 ans Theater Rampe zurückkehren.

Die überaus positive Resonanz bestätigt die offene Ausrichtung des Festivals. Diesen Weg wollen Bues und Grohmann auch in Zukunft beschreiten, indem sie „noch konsequenter den Festival- vor den Wettbewerbscharakter stellen“ möchten. Die kollaborativen Arbeitsweisen der freien Szenen sollen sich bei 6 TAGE FREI 2021 noch stärker widerspiegeln.

 

Pressefotos 6 TAGE FREI 2019:

http://www.flickr.com/gp/theaterrampe/020Q40

Erläuterung:
Das gewünschte Foto anklicken, dann auf das Symbol rechts unten in der Ecke mit dem nach unten gerichteten Pfeil klicken und die Option „Alle Größen anzeigen“ auswählen. Dann können Sie sich das Foto in der für Sie geeigneten Größe herunterladen. Bei Namensnennung sind die Bilder honorarfrei.

 

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Stuttgart, 08.04.2019                                                                  

6 TAGE FREI – das bedeutet 6 Tage Festival für die freie Szene der Darstellenden Künste im Südwesten. Die freie Szene, das ist kein homogenes Gebilde, sondern umfasst Musik, Tanz, Theater, Performance, Installation, aber auch bildende Kunst und Multimedia Art. Nicht zu vergessen die Produktionshäuser. Deshalb sind es eigentlich die vielen Freien Szenen, die bei der dritten Ausgabe dieses Festivals in den Fokus rücken und es zu einer Versammlung der Künstler*innen machen.

Im Zentrum des Programms stehen die Arbeiten der zehn Tanz- und Theaterpreisträger*innen. Darüber hinaus gibt es weitere Aufführungen, Präsentationen, Aktionen, Gespräche, Labore und Pop-ups aus den Freien Szenen. Für das Festival haben Studierende der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe in einer kollaborativen Arbeit eine Festivalbühne entworfen, gebaut und so einen offenen Verhandlungsraum installiert.

Zu einer offenen Versammlung auf dieser Festivalbühne laden am Mittwoch DIE VIELEN Baden-Württemberg ein. Als Taskforce installieren MITTEPERFORMANCE ein Servernest, verhandeln institutionellen und strukturellen Rassismus und berichten über ihre NSU-Recherche. Bei GET-TO fragt die freie Tanz- und Theaterszene in offener Runde, wie wir alleine oder auch zusammen zu Entscheidungen kommen. She She Pop geben in einem Vortrag Einblick in ihre kollektiven Arbeitsweisen. Zudem stellen sich neue Künstler*innengruppen vor.

Ein Ausnahmeort, an dem verschiedene freie Szenen zusammenkommen, ist auch der Kunstverein Wagenhalle, dem wir am letzten Festivaltag einen Besuch abstatten. Dort treffen Stadtraum und die Frage nach Recht auf Flächen auf einander. Es gibt u.a. eine Commons Kitchen mit geretteten Lebensmitteln, einen Audiowalk durch das THEATRE OF THE LONG NOW und ein SPEEDMEETING für die vielen freien Szenen und ihr Publikum.

Das Theater ist ein Ort des Reflektierens. Vor, hinter und auf der Bühne suchen wir in den unterschiedlichsten Ausdrucksformen nach Antworten auf persönliche, politische und soziale Fragen, die Menschen unterschiedlicher Herkunft bewegen. Die Bühne ist ein Freiraum für verbale und nonverbale Kunst.

Gleichzeitig zeichnen sich Künstler*innen der Freien Szenen durch Eigeninitiative und Eigenverantwortung aus. Und deshalb reden sie mit, mischen sich ein, geben gesellschaftliche Impulse – als zweite Säule neben Stadt- und Staatstheatern. Sie wälzen gesellschaftliches Miteinander modellhaft um, lösen starre Konzepte von Identität und Hierarchie auf, und das nicht nur auf der Bühne, sondern auch in ihrer Arbeits- und Produktionspraxis.

Ihre Freiheit steht auch für die Möglichkeit zu experimentieren, neue Ausdrucksformen zu entwickeln – für selbstbestimmtes Arbeiten. Und gleichzeitig arbeiten freie Künstler*innen hier in Baden-Württemberg immer noch prekär. Damit befassen sich zwei Programmpunkte ganz konkret: CONDITIONS OF WORK führt in den Projektraum der Freien Tanz- und Theaterszene und verteilt Geld, Raum und Zeit. Und dort finden wir beim Studio Visit bei dem Cellisten Pete Yelding heraus, wie er diese Ressourcen nutzt. ERWARTUNGEN UND ABSAGEN von Nana Hülsewig, Johanna-Yassira Kluhs und Fender Schrade gehen der Frage nach, ob Antragsarbeit schon künstlerische Arbeit ist.

6 TAGE FREI möchte das Selbstverständnis der freien Szenen stärken, die wichtige Arbeit leisten – gerade auch außerhalb der Metropolen der freien Darstellenden Künste. Denn – und das zeigt dieses Festival auch zum wiederholten Mal – es gibt es nichts, was es nicht gibt. Viele Experimente und überraschende Interpretationen des Mediums Theater: Performance und Tanz, Materialtheater und Figurenspiel, Neuer Zirkus und Installation, Artistik und Neue Musik oder eine interdisziplinäre Gala wie LUCKY BASTARDS mit der wir heute Abend das Festival eröffnen.

Die Preisträger*innen 2019 im Überblick

Zehn Produktionen können sich mit dem Prädikat Stuttgarter Tanz- und Theaterpreis schmücken und erhalten ein Preisgeld von 2.100 Euro:

LUCKY BASTARDS von Edan Gorlicki / INTER-ACTIONS (Heidelberg)

INTERFACE von Harald Kimmig / THE HUMAN FACTORY (Freiburg)

:-OZ von O-Team feat. Antje Töpfer, Fabian Hesse und HA$I (Stuttgart)

IN MY ROOM von Emi Miyoshi / SHIBUI Kollektiv (Freiburg)

SchmetterDINGE – vom Versuch sich selber Flügel zu verleihen von Florian Feisel (Stuttgart)

(THIS IS) CLIFF von Marion Dieterle / DOSSIER 3-D-Poetry (Freiburg/Köln)

SURROUND von Overhead Project (Tübingen/Köln)

SUPERMANN von La_Trottier Dance Collective (Mannheim)

NORM IST F!KTION #2 EXTENDED – KEINE ANGST OHNE MUT von NAF (Stuttgart)

PUNCH AGATHE* INSIDE OUT von Gütesiegel Kultur* (Stuttgart)

Die 13 Preise im Überblick

Die zehn Tanz- und Theaterpreise 2019 wurden von der Jury bereits im November 2018 aus über 50 Einreichungen ausgewählt. Bewerben konnten sich Produktionen aus Baden-Württemberg, die in den Spielzeiten 2016/17 und 2017/18 Premiere hatten. Die Auswahl trafen Sophie Becker (Leitung Spielart München), Nicole Golombek (Redakteurin Stuttgarter Zeitung / Nachrichten), Pirkko Husemann (Leiterin Schwankhalle Bremen), Christiane Pohle (Regisseurin), Ives Thuwis (Choreograf) und Nadine Vollmer (Dramaturgin).

Außerdem vergibt ein Festival-Kuratorium zwei Gastspielpreise: Sarah Israel (Rodeo München), Tina Pfurr und Joy Kristin Kalu/Franziska Werner (PAF Berlin) kuratieren regionale Festivals in Deutschland. Sie sichten das Festivalprogramm und suchen aus den zehn Aufführungen die beiden aus, die zum „& friends-Festival“ (Festival der Freien Darstellenden Künste) 2020 eingeladen sind (in Kooperation mit dem Verbund Regionale Festivals e.V.).

Auch das Publikum wählt seinen Favoriten. Jede*r Zuschauer*in kann nach der Aufführung sein Votum geben. Der Publikumsliebling gastiert in der nächsten Saison wieder am Theater Rampe, vielleicht auch schon mit einer neuen Produktion.

Diese 13 Preise werden bei der Preisverleihung am Samstag, 13. April um 19:30 Uhr auf der offenen Festivalbühne in der Foyerhalle des Theater Rampe vergeben. Anschließend legen Andreas Vogel und Dexter bei der Abschlussparty in der Bar Rakete auf.

Die BEST OF(F)-Tour 2019

Drei Kurator*innen besuchen das Festival und schicken je eine Tanz- sowie eine Theaterproduktion auf ein überregionales Gastspiel. Das Festival geht auch wieder auf Tour: Die Reihe BEST OF(F) bringt Preisträger*innen-Produktionen zusammen mit der LAKS (Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und Soziokulturellen Zentren Baden-Württemberg e.V.) ins ganze Land, um über das Festival und den Austragungsort hinaus zu wirken.

Die „Best-Of(f)“-Tour präsentiert von Ende April bis Anfang Juni diesen Jahres Edan Gorlicki mit LUCKY BASTARDS, Emi Miyoshi / SHIBUI Kollektiv mit IN MY ROOM, NAF mit NORM IST F!KTION #2 – KEINE ANGST OHNE MUT sowie Marion Dieterle mit (THIS IS) CLIFF. Die Publikumspreisträger*in kehrt mit einem Gastspiel an das Theater Rampe zurück.

 

Pressefotos der Preisträger*innen-Produktionen:

www.flickr.com/gp/theaterrampe/Fg2007

Pressefotos 6 TAGE FREI 2019 (ab Di 9.4.):

http://www.flickr.com/gp/theaterrampe/020Q40

 

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