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Theater Rampe erhält den Theaterpreis des Bundes 2019

„Das Theater Rampe in Stuttgart verkörpert ein Stadttheater neuen Typs im besten Sinne.“

Zum dritten Mal wird 2019 der Theaterpreis des Bundes von Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters am 27. Mai in Gera verliehen. Der mit 75.000 Euro dotierte Theaterpreis zeichnet auch in diesem Jahr vor allem kleinere und mittlere Häuser aus, die vor Ort gesellschaftlich wichtige Debatten anstoßen und das Leben der jeweiligen Stadtgesellschaften aktiv mitgestalten. Aus 119 Bewerbungen wählte die Fachjury elf Theater aus, darunter auch das Theater Rampe – als erstes Haus in Baden-Württemberg.

Laut Grütters brauchen diese Theater Mut zum künstlerischen Experiment: „Nicht selten müssen sie auch ihre künstlerische Freiheit verteidigen. Der Theaterpreis des Bundes, der als ‚Ermutigungspreis‘ gedacht ist, möchte diese Bühnen darin bestärken.“ Damit findet die Weiterentwicklung von zeitgenössischen Theaterformen und Produktionsweisen Anerkennung, für die die Rampe exemplarisch in der Region ist.

Die Auszeichnung für die Rampe begründet die Jury wie folgt:

„Ausgehend vom zeitgenössischen Autor*innentheater gelingt es dem Theater Rampe in Stuttgart, vielfältige Verbindungslinien herzustellen, zu staatlichen Theatern ebenso wie vor allem zur lokalen und überregionalen Szene der freien darstellenden Künste, für die es vitaler Impulsgeber ist. In wenigen Jahren entwickelte das Intendantinnen-Duo Marie Bues und Martina Grohmann und ihr Team das Theater zu einem überregional beachteten Produktionshaus für freies Theater aller Genres.

Zahlreiche Künstler*innen erarbeiten und präsentieren hier zeit- und gesellschaftskritische, experimentelle, ästhetisch fordernde Produktionen vom Sprechtheater über Performance bis zu Tanz- und interdisziplinären Projekten. In groß angelegten transdisziplinären Kooperationen, etwa mit Institutionen der bildenden Künste, und in Kollaboration mit diversen kommunalen Initiativen erzeugt die Rampe Wirkung weit über den Bühnenrand hinaus bis in die Mitte der Stadtgesellschaft.

Mit partizipativen Formaten schafft das Theater relevante Beiträge zu einer performativen Stadtentwicklung, vernetzt Künstler*innen und Publikum und ist Motor und Transmissionsmedium aktueller gesellschaftlicher Diskurse. Das Theater Rampe in Stuttgart verkörpert ein Stadttheater neuen Typs im besten Sinne.“

 

http://www.theaterrampe.de

http://www.kulturstaatsministerin.de

http://www.iti-germany.de

PRESSEINFORMATION

Stuttgart, 15.04.2019                                                                  

Am Samstagabend ging 6 TAGE FREI 2019 zu Ende. An sechs wunderbaren Festivaltagen kam in Stuttgart die freie Szene zum Tanz- und Theaterpreis der Stadt Stuttgart und des Landes Baden-Württemberg zusammen. „Wir sind sehr, sehr glücklich über die positive Resonanz beim Publikum, aber auch bei den überregionalen Theaterkolleg*innen“, resümierten die Intendantinnen Marie Bues und Martina Grohmann.

Besonders betonten die künstlerischen Leiterinnen von 6 TAGE FREI die gute Stimmung und Festivalatmosphäre, zu der ganz entscheidend die Festivalbühne in der Foyerhalle des Theater Rampe beitrug. „Es war eine glückliche Fügung, dass die Hochschule für Gestaltung Karlsruhe diese eingerichtet hat“, so Grohmann.

Neben den Aufführungen der Preisträger*innen präsentierte das Festival ein vielseitiges Programm von Initiativen und Künstler*innen aus den freien Szenen, aus Musik, Tanz, Theater, Performance, Installation sowie Multimedia Art. Verschiedene Workshops und ein umfangreiches Rahmenprogramm begeisterten sowohl das Publikum als auch die Fachbesucher*innen. Insbesondere die Begegnung mit She She Pop war überaus anregend. In den Workshops kam diesmal nicht nur Nachwuchs zum Zuge, sondern wurden Teilnehmer*innen aus Bildender und Sprechkunst, Performance, Tanz und Figurentheater zusammengebracht.

Die Preisverleihung am Samstagabend unterstrich nochmals die Idee der künstlerischen Leiterinnen, nicht den Wettbewerb, sondern die Öffnung des Festivals ins Zentrum zu stellen.  Neben den zehn Tanz- und Theaterpreisen wurden an diesem Abend auch zwei Produktionen für je ein Gastspiel ausgewählt: Lucky Bastards von Edan Gorlicki / INTER-ACTIONS (Heidelberg) und Surround von Overhead Project (Tübingen/Köln) sind 2020 zum „& friends-Festival“ (Festival der Festivals der Freien Darstellenden Künste) eingeladen.

Das Publikum, welches nach jeder Vorstellung abstimmen durfte, war begeistert von der Mischung aus Performance, Tanz und Circus, so dass Bernhard Löffler von der Kulturgemeinschaft Stuttgart auch den Publikumspreis an Overhead Project überreichte: Als Publikumsliebling wird die Gruppe in der Saison 2019/2020 ans Theater Rampe zurückkehren.

Die überaus positive Resonanz bestätigt die offene Ausrichtung des Festivals. Diesen Weg wollen Bues und Grohmann auch in Zukunft beschreiten, indem sie „noch konsequenter den Festival- vor den Wettbewerbscharakter stellen“ möchten. Die kollaborativen Arbeitsweisen der freien Szenen sollen sich bei 6 TAGE FREI 2021 noch stärker widerspiegeln.

 

Pressefotos 6 TAGE FREI 2019:

http://www.flickr.com/gp/theaterrampe/020Q40

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Stuttgart, 08.04.2019                                                                  

6 TAGE FREI – das bedeutet 6 Tage Festival für die freie Szene der Darstellenden Künste im Südwesten. Die freie Szene, das ist kein homogenes Gebilde, sondern umfasst Musik, Tanz, Theater, Performance, Installation, aber auch bildende Kunst und Multimedia Art. Nicht zu vergessen die Produktionshäuser. Deshalb sind es eigentlich die vielen Freien Szenen, die bei der dritten Ausgabe dieses Festivals in den Fokus rücken und es zu einer Versammlung der Künstler*innen machen.

Im Zentrum des Programms stehen die Arbeiten der zehn Tanz- und Theaterpreisträger*innen. Darüber hinaus gibt es weitere Aufführungen, Präsentationen, Aktionen, Gespräche, Labore und Pop-ups aus den Freien Szenen. Für das Festival haben Studierende der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe in einer kollaborativen Arbeit eine Festivalbühne entworfen, gebaut und so einen offenen Verhandlungsraum installiert.

Zu einer offenen Versammlung auf dieser Festivalbühne laden am Mittwoch DIE VIELEN Baden-Württemberg ein. Als Taskforce installieren MITTEPERFORMANCE ein Servernest, verhandeln institutionellen und strukturellen Rassismus und berichten über ihre NSU-Recherche. Bei GET-TO fragt die freie Tanz- und Theaterszene in offener Runde, wie wir alleine oder auch zusammen zu Entscheidungen kommen. She She Pop geben in einem Vortrag Einblick in ihre kollektiven Arbeitsweisen. Zudem stellen sich neue Künstler*innengruppen vor.

Ein Ausnahmeort, an dem verschiedene freie Szenen zusammenkommen, ist auch der Kunstverein Wagenhalle, dem wir am letzten Festivaltag einen Besuch abstatten. Dort treffen Stadtraum und die Frage nach Recht auf Flächen auf einander. Es gibt u.a. eine Commons Kitchen mit geretteten Lebensmitteln, einen Audiowalk durch das THEATRE OF THE LONG NOW und ein SPEEDMEETING für die vielen freien Szenen und ihr Publikum.

Das Theater ist ein Ort des Reflektierens. Vor, hinter und auf der Bühne suchen wir in den unterschiedlichsten Ausdrucksformen nach Antworten auf persönliche, politische und soziale Fragen, die Menschen unterschiedlicher Herkunft bewegen. Die Bühne ist ein Freiraum für verbale und nonverbale Kunst.

Gleichzeitig zeichnen sich Künstler*innen der Freien Szenen durch Eigeninitiative und Eigenverantwortung aus. Und deshalb reden sie mit, mischen sich ein, geben gesellschaftliche Impulse – als zweite Säule neben Stadt- und Staatstheatern. Sie wälzen gesellschaftliches Miteinander modellhaft um, lösen starre Konzepte von Identität und Hierarchie auf, und das nicht nur auf der Bühne, sondern auch in ihrer Arbeits- und Produktionspraxis.

Ihre Freiheit steht auch für die Möglichkeit zu experimentieren, neue Ausdrucksformen zu entwickeln – für selbstbestimmtes Arbeiten. Und gleichzeitig arbeiten freie Künstler*innen hier in Baden-Württemberg immer noch prekär. Damit befassen sich zwei Programmpunkte ganz konkret: CONDITIONS OF WORK führt in den Projektraum der Freien Tanz- und Theaterszene und verteilt Geld, Raum und Zeit. Und dort finden wir beim Studio Visit bei dem Cellisten Pete Yelding heraus, wie er diese Ressourcen nutzt. ERWARTUNGEN UND ABSAGEN von Nana Hülsewig, Johanna-Yassira Kluhs und Fender Schrade gehen der Frage nach, ob Antragsarbeit schon künstlerische Arbeit ist.

6 TAGE FREI möchte das Selbstverständnis der freien Szenen stärken, die wichtige Arbeit leisten – gerade auch außerhalb der Metropolen der freien Darstellenden Künste. Denn – und das zeigt dieses Festival auch zum wiederholten Mal – es gibt es nichts, was es nicht gibt. Viele Experimente und überraschende Interpretationen des Mediums Theater: Performance und Tanz, Materialtheater und Figurenspiel, Neuer Zirkus und Installation, Artistik und Neue Musik oder eine interdisziplinäre Gala wie LUCKY BASTARDS mit der wir heute Abend das Festival eröffnen.

Die Preisträger*innen 2019 im Überblick

Zehn Produktionen können sich mit dem Prädikat Stuttgarter Tanz- und Theaterpreis schmücken und erhalten ein Preisgeld von 2.100 Euro:

LUCKY BASTARDS von Edan Gorlicki / INTER-ACTIONS (Heidelberg)

INTERFACE von Harald Kimmig / THE HUMAN FACTORY (Freiburg)

:-OZ von O-Team feat. Antje Töpfer, Fabian Hesse und HA$I (Stuttgart)

IN MY ROOM von Emi Miyoshi / SHIBUI Kollektiv (Freiburg)

SchmetterDINGE – vom Versuch sich selber Flügel zu verleihen von Florian Feisel (Stuttgart)

(THIS IS) CLIFF von Marion Dieterle / DOSSIER 3-D-Poetry (Freiburg/Köln)

SURROUND von Overhead Project (Tübingen/Köln)

SUPERMANN von La_Trottier Dance Collective (Mannheim)

NORM IST F!KTION #2 EXTENDED – KEINE ANGST OHNE MUT von NAF (Stuttgart)

PUNCH AGATHE* INSIDE OUT von Gütesiegel Kultur* (Stuttgart)

Die 13 Preise im Überblick

Die zehn Tanz- und Theaterpreise 2019 wurden von der Jury bereits im November 2018 aus über 50 Einreichungen ausgewählt. Bewerben konnten sich Produktionen aus Baden-Württemberg, die in den Spielzeiten 2016/17 und 2017/18 Premiere hatten. Die Auswahl trafen Sophie Becker (Leitung Spielart München), Nicole Golombek (Redakteurin Stuttgarter Zeitung / Nachrichten), Pirkko Husemann (Leiterin Schwankhalle Bremen), Christiane Pohle (Regisseurin), Ives Thuwis (Choreograf) und Nadine Vollmer (Dramaturgin).

Außerdem vergibt ein Festival-Kuratorium zwei Gastspielpreise: Sarah Israel (Rodeo München), Tina Pfurr und Joy Kristin Kalu/Franziska Werner (PAF Berlin) kuratieren regionale Festivals in Deutschland. Sie sichten das Festivalprogramm und suchen aus den zehn Aufführungen die beiden aus, die zum „& friends-Festival“ (Festival der Freien Darstellenden Künste) 2020 eingeladen sind (in Kooperation mit dem Verbund Regionale Festivals e.V.).

Auch das Publikum wählt seinen Favoriten. Jede*r Zuschauer*in kann nach der Aufführung sein Votum geben. Der Publikumsliebling gastiert in der nächsten Saison wieder am Theater Rampe, vielleicht auch schon mit einer neuen Produktion.

Diese 13 Preise werden bei der Preisverleihung am Samstag, 13. April um 19:30 Uhr auf der offenen Festivalbühne in der Foyerhalle des Theater Rampe vergeben. Anschließend legen Andreas Vogel und Dexter bei der Abschlussparty in der Bar Rakete auf.

Die BEST OF(F)-Tour 2019

Drei Kurator*innen besuchen das Festival und schicken je eine Tanz- sowie eine Theaterproduktion auf ein überregionales Gastspiel. Das Festival geht auch wieder auf Tour: Die Reihe BEST OF(F) bringt Preisträger*innen-Produktionen zusammen mit der LAKS (Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und Soziokulturellen Zentren Baden-Württemberg e.V.) ins ganze Land, um über das Festival und den Austragungsort hinaus zu wirken.

Die „Best-Of(f)“-Tour präsentiert von Ende April bis Anfang Juni diesen Jahres Edan Gorlicki mit LUCKY BASTARDS, Emi Miyoshi / SHIBUI Kollektiv mit IN MY ROOM, NAF mit NORM IST F!KTION #2 – KEINE ANGST OHNE MUT sowie Marion Dieterle mit (THIS IS) CLIFF. Die Publikumspreisträger*in kehrt mit einem Gastspiel an das Theater Rampe zurück.

 

Pressefotos der Preisträger*innen-Produktionen:

www.flickr.com/gp/theaterrampe/Fg2007

Pressefotos 6 TAGE FREI 2019 (ab Di 9.4.):

http://www.flickr.com/gp/theaterrampe/020Q40

 

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Stuttgart, 27.02.2019                                                                  

In sechs Wochen startet 6 TAGE FREI, das Festival für die freie Szene im Südwesten. Beim Pressegespräch stellten die künstlerischen Leiterinnen und Rampe-Intendantinnen Marie Bues und Martina Grohmann das druckfrische Programm vor – pünktlich zum Vorverkaufsstart des Festivals, bei dem sich vom 8.-13. April die Tanz- und Theaterszene Baden-Württembergs präsentiert.

Das vom Theater Rampe biennal veranstaltete Festival zeigt an sechs Tagen die zehn ausgezeichneten Produktionen und bietet dem Publikum die einmalige Gelegenheit, sich einen Überblick über das breite Spektrum der freien Szene Baden-Württembergs zu verschaffen. Martina Grohmann betonte, dass interdisziplinäre Arbeiten typisch seien für 6 TAGE FREI: „Die Preisträger*innen erweitern Perspektiven, arbeiten mit verschiedenen Medien, lassen sich auf Experimente ein und interpretieren das Medium Theater mitunter überraschend. Darin bilden sich auch die zeitgenössischen Arbeitsweisen der freien Szene treffend ab.“

Bei ihrer Auswahl für 6 TAGE FREI 2019 berücksichtigte die Jury erneut die ästhetische Vielfalt der zeitgenössischen Darstellenden Künste und stellt mit den Preisträger*innen performative Entwürfe vor, die das Verhältnis zwischen künstlerischen Disziplinen, Kunst und Gesellschaft neu verhandeln. Bei der Vorstellung des Programms verwies Grohmann auf „Wiederholungstäter*innen“ wie beispielsweise NAF, O-Team, Overhead Project oder Emi Miyoshi / SHIBUI Kollektiv, die in den Vorjahren bereits mit dem Tanz- und Theaterpreis ausgezeichnet wurden: „Das zeigt, dass wir nachhaltig arbeiten.“

Marie Bues gab einen Überblick der Bewerber*innenlage: „Es gab 58 gültige Einreichungen, davon allein 27 aus Stuttgart, zehn aus Freiburg, sieben aus Heidelberg und sechs aus Mannheim.“ Die Preisträger*innen seien somit auch ein Spiegel der freien Tanz- und Theaterszene des Landes. Bues verwies zudem auf den Verbund regionaler Festivals, der zwei Produktionen ein überregionales Gastspiel beim „Festivals der Festivals“ ermögliche.

Hierzu ergänzte Atai Keller, Festivalbeauftragter des Landesverbands Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg (LaFT BW): „Seit die Rampe dieses Festival ausrichtet, hat es ungemein an Profil gewonnen. Es ist erstaunlich, wie Vernetzung funktioniert – in der Stadt, aber auch national. Die bundesweite Vernetzung in die großen Zentren fehlte bislang.“

Bühne FREI: Die Preisträger*innen-Produktionen 2019

Tanz und Figurenspiel, Performance und Neuer Zirkus, Neue Medien, Musik und Installation. Oft mischen sich die Genres. Oft ist es nicht mehr so klar, ob die Protagonist*in nun die Performer*in oder eines von unzähligen Porzellan-Puppenbeinen – oder vielleicht sogar die Zuschauer*in selbst ist. Es kann auch passieren, dass Sie einem Pauschenpferd gegenüberstehen oder in eine 16 Meter große Puppe eintreten. All dies findet sich im Programm des Festivals.

Zehn Produktionen können sich mit dem Prädikat Stuttgarter Tanz- und Theaterpreis schmücken und erhalten ein Preisgeld von 2.100 Euro:

Lucky Bastards von Edan Gorlicki / INTER-ACTIONS (Heidelberg)

Interface von Harald Kimmig / THE HUMAN FACTORY (Freiburg)

:-Oz von O-Team feat. Antje Töpfer, Fabian Hesse und HA$I (Stuttgart)

In my room von Emi Miyoshi / SHIBUI Kollektiv (Freiburg)

SchmetterDINGE – vom Versuch sich selber Flügel zu verleihen von Florian Feisel (Stuttgart)

(This is) Cliff von Marion Dieterle / DOSSIER 3-D-Poetry (Freiburg/Köln)

Surround von Overhead Project (Tübingen/Köln)

Supermann von La_Trottier Dance Collective (Mannheim)

Norm ist F!ktion #2 extendend – Keine Angst ohne Mut von NAF mit Special Guest Tom Heinzer (Stuttgart)

Punch Agathe* inside out von Gütesiegel Kultur* (Stuttgart)

 

Die 13 Preise im Überblick

Die zehn Tanz- und Theaterpreise 2019 wurden von der Jury bereits im November 2018 aus über 50 Einreichungen ausgewählt. Bewerben konnten sich Produktionen aus Baden-Württemberg, die in den Spielzeiten 2016/17 und 2017/18 Premiere hatten. Die Auswahl trafen Sophie Becker (Leitung Spielart München), Nicole Golombek (Redakteurin Stuttgarter Zeitung / Nachrichten), Pirkko Husemann (Leiterin Schwankhalle Bremen), Christiane Pohle (Regisseurin), Ives Thuwis (Choreograf) und Nadine Vollmer (Dramaturgin).

Außerdem vergibt ein Festival-Kuratorium zwei Gastspielpreise: Sarah Israel (Rodeo München), Tina Pfurr und Joy Kristin Kalu/Franziska Werner (PAF Berlin) kuratieren regionale Festivals in Deutschland. Sie sichten das Festivalprogramm und suchen aus den zehn Aufführungen die beiden aus, die zum „& friends-Festival“ (Festival der Freien Darstellenden Künste) 2020 eingeladen sind (in Kooperation mit dem Verbund Regionale Festivals e.V.).

Auch das Publikum wählt seinen Favoriten. Jede*r Zuschauer*in kann nach der Aufführung sein Votum geben. Der Publikumsliebling gastiert in der nächsten Saison wieder am Theater Rampe, vielleicht auch schon mit einer neuen Produktion.

Im Anschluss an die Preisverleihung für Künstler*innen, Publikum und Jury am Samstag, 13. April um 19:30 Uhr im Theater Rampe legt Moderator Andreas Vogel gemeinsam mit Dexter bei der Abschlussparty auf.

EXTRAS – Die freien Szenen

Die 13 Preise sollen zugleich Effekte für die freie Szene insgesamt haben, wie Produktionsleiterin Laura Oppenhäuser betonte. Ziel für die Ausgabe 2019 ist es, das Festival weiter zu öffnen und zu einer Versammlung der Künstler*innen zu machen. Über das Programm der Preisträger*innen hinaus gibt es Aufführungen, Präsentationen u.v.m. aus den freien Szenen, die zeigen, wie zahlreich, vielfältig, engagiert und kraftvoll die Darstellenden Künste in Baden-Württemberg sind. Darunter eine Sondervorstellung von DIE BEWEGUNG von Herbordt/Mohren am 10. April im Theater Rampe.

Hier eine kleine Auswahl der Extras:

DIE VIELEN möchten Künstler*innen stärken, die sich vermehrt politischen Angriffen rechter Parteien und Gruppierungen ausgesetzt sehen und setzen diesen Solidarität, Toleranz und ein klares Bekenntnis für Vielfalt und die Freiheit der Kunst entgegen. DIE VIELEN stehen für ein Miteinander, das mutig und großzügig ist und laden zu einer offenen Versammlung ein.

Studierende der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe errichten in der Foyerhalle des Theater Rampe POP UP – die Festivalbühne. Diese ist in Bewegung und schafft wechselnde Szenerien, versammelt Einblicke in Arbeiten, Initiativen und Ideen aus der freien Szene, u.a. mit der Lecture „Sich fremd werden“ von She She Pop.

Ein Ausflug nach „Container City“ führt auf das Gelände des Kunstvereins Wagenhalle: Ein Ausnahmeort, an dem verschiedene freie Szenen zusammenkommen, zusammenarbeiten und Kunst und Experiment, Leben und Arbeiten zusammenbringen. Das Festival bietet dort u.a. einen Audiowalk und ein „Speedmeeting“ für die vielen freien Szenen und ihr Publikum.

In diesem Jahr bietet 6 TAGE FREI gleich vier Workshops an: „Wir sind der Protagonist“ mit She She Pop, „Pitching- und Feedbackmethoden“ mit Frederik Zeugke, „Windkanal 2019“ mit Uwe Gössel sowie „Rethinking the possible“ für professionelle Tänzer*innen mit Overhead Project.

Die BEST OF(F)-Tour 2019

Drei Kurator*innen besuchen das Festival und schicken je eine Tanz- sowie eine Theaterproduktion auf ein überregionales Gastspiel. Das Festival geht auch wieder auf Tour: Die Reihe BEST OF(F) bringt Preisträger*innen-Produktionen ins ganze Land, um über den Festival-Termin und über den Austragungsort hinaus zu wirken, wie Lilian Luley von der LAKS (Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und Soziokulturellen Zentren Baden-Württemberg e.V.) erklärte.

Die „Best-Of(f)“-Tour präsentiert von Ende April bis Anfang Juni diesen Jahres Edan Gorlicki mit LUCKY BASTARDS, Emi Miyoshi / SHIBUI Kollektiv mit IN MY ROOM, NAF mit NORM IST F!KTION #2 – KEINE ANGST OHNE MUT sowie Marion Dieterle mit (THIS IS) CLIFF. Die Publikumspreisträger*in kehrt mit einem Gastspiel an das Theater Rampe zurück.

Eine ausführliche Übersicht finden Sie in der beigefügten Presseinformation der LAKS.

6 TAGE FREI – Wie es begann

Das Festival hat eine lange Tradition. Es ist aus dem Stuttgarter Theaterpreis hervorgegangen, der 1988 vom Theaterhaus Stuttgart und der Stuttgarter Zeitung initiiert wurde. Seit 2015 leitet das Theater Rampe das Festival und hat ihm einen neuen Namen gegeben: 6 TAGE FREI.

Für viele Künstler*innen bietet das Festival eine gute Gelegenheit zur Vernetzung. So wurde der Heidelberger Choreograf Edan Gorlicki etwa 2017 für THE PLAYERS bereits mit dem Tanz- und Theaterpreis ausgezeichnet und erhielt während des Festivals sowohl den Kritiker*innen- als auch den Publikumspreis.

Für ihn bedeutete das Festival einen wichtigen Anschub für weitere Gastspiele. Mit LUCKY BASTARDS ist er in diesem Jahr wieder dabei. Und was läge näher, als mit diesem Titel und dieser interdisziplinären Gala das Festival am 8. April zu eröffnen?

www.6tagefrei.de

 

Pressefotos der Preisträger*innen-Produktionen:

www.flickr.com/gp/theaterrampe/Fg2007

Pressefotos Festivalatmosphäre 6 TAGE FREI 2017:

www.flickr.com/gp/theaterrampe/XH1ZV5

 

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EDAN GORLICKI BEGINNT PROBEN AM THEATER RAMPE

Workshops und Brainstorm-Sessions laden zu kostenlosen Begleitangeboten ein

Am Montag, den 4. März beginnt der israelische Choreograf Edan Gorlicki die Proben zu WHAT DO WE DO, einem Tanzstück über Entscheidungsfindung und -strategien. Der Entstehungsprozess in Stuttgart wird begleitet von Mitmachangeboten, bei denen Neugierige das Thema gemeinsam mit den Künstler*innen diskutieren und mit Bewegungen erkunden können.

DABEI SEIN, WENN EIN STÜCK ENTSTEHT

Am Montag, den 4. März um 21 Uhr ist das künstlerische Team zunächst in der Montage-Reihe bei Andreas Vogel und Micha Piltz zu Gast. Unter dem Titel SCHULTERBLICK (1): KONZEPTIONSPROBE MIT EDAN GORLICKI findet ein Konzeptionsgespräch statt und wird über die Form des neuen Stücks diskutiert, das die Zuschauer*innen selbst über die Szenenauswahl und über den Verlauf des Abends entscheiden lässt. Am Donnerstag, den 7. März um 19 Uhr wird das Studio dann für einen BEWEGUNGSWORKSHOP geöffnet. Kostenlos und ohne Voranmeldung sind alle Interessierten eingeladen, mit den vier Tänzer*innen und dem Choreografen das Thema Entscheidungsfindung in Bewegungen zu erkunden und spielerisch auszuprobieren.

Eine BRAINSTORM-SESSION am Samstag den 9. März um 15 Uhr vertieft die Auseinandersetzung und widmet sich der Frage wie frei der Mensch in seinen Entscheidungen ist. Als Experte ist unter anderem Janis Pagel, Computerlinguist an der Universität Stuttgart zu Gast. Aktuelle Einblicke in die Entwicklung des Stücks gibt der Choreograf bei kostenfreien WORK-IN-PROGRESS-PRÄSENTATIONEN am Freitag, den 15. März um 20 Uhr sowie am Samstag, den 22. Juni um 20 Uhr.

DAS PUBLIKUM HAT DIE WAHL

WHAT DO WE DO entsteht von März bis Juli in Stuttgart, Mannheim und Heidelberg. Gemeinsam mit vier Tänzer*innen widmet sich Edan Gorlicki der Frage, wie Entschei-dungen funktionieren und welche Strategien damit verbunden sind. Dabei hat auch das Publikum die Wahl, denn immer wieder entscheidet es über die Szenen und den Verlauf des ganzen Stücks. Seine Premiere feiert WHAT DO WE DO am Freitag, den 12. Juli im EinTanzHaus in Mannheim. Am Theater Rampe ist das Stück mit dem ungewöhnlichen Szenenaufbau am 10., 11. und 12.Oktober zu Gast.

 

Alle Angebote in Stuttgart auf einen Blick

Mo, 4. März, 21 Uhr, Montage mit Andreas Vogel und Micha Piltz

Do, 7. März, 19 Uhr, Bewegungsworkshop

Sa, 9. März, 15 Uhr, Brainstorm-Session

Fr, 15. März und Sa, 22. Juni, 20 Uhr, Work-in-Progress-Präsentation

Eintritt frei, Ort: Theater Rampe, Filderstraße 47, 70180 Stuttgart

 

Vorstellungen

  • 12.+13. Juli, EinTanzHaus, Mannheim
  • 16. Juli, Karlstorbahnhof, Heidelberg
  • 10.-12. Oktober, Theater Rampe, Stuttgart

 

Beteiligte

Konzept und Choreografie: Edan Gorlicki Tänzer*innen: Alfonso Fernandez, Lorenzo Ponteprimo, Kalin Morrow, TingAn Ying Licht: Ingo Jooß Musik: Adam Ster Kostüme: Evandro Pedroni Dramaturgie: Eva-Maria Steinel Produktionsleitung: Emma Wolf Social Media: Elisabeth Kaul Management: Alexandra Schmidt

www.inter-actions.de

https://edangorlicki.com

Produktion Edan Gorlicki/Inter-Actions in Zusammenarbeit mit dem Karlstorbahnhof Heidelberg, EinTanzHaus Mannheim und Theater Rampe Stuttgart. Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste, den Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg sowie das Kulturamt der Stadt Heidelberg.

WIR SIND VIELE, JEDE*R EINZELNE VON UNS

KUNST- UND KULTURSCHAFFENDE UND INSTITUTIONEN BADEN-WÜRTTEMBERGS POSITIONIEREN SICH FÜR EINE OFFENE GESELLSCHAFT

Heute, am 1. Februar 2019, wird die BADEN-WÜRTTEMBERGER ERKLÄRUNG DER VIELEN veröffentlicht und verbreitet. Mehr als 100 Kunst- und Kulturinstitutionen, Verbände und freie Kunst- und Kulturschaffende aus ganz Baden-Württemberg haben die BADEN-WÜRTTEMBERGER ERKLÄRUNG DER VIELEN bereits jetzt erst-unterzeichnet.

DIE VIELEN sind regionale Bündnisse von Kunst- und Kulturschaffenden, welche Kunst und ihre Einrichtungen als offene und engagierte Räume begreifen, die Vielen gehören und in denen ein aufklärender und demokratischer Dialog geführt wird. Sie reagieren damit auf vermehrte politische Angriffe rechter Parteien und Gruppierungen, denen Akteure der Kunst und Kultur, ihre Institutionen, ihre Werke und ihr Wirken ausgesetzt sind. DIE VIELEN setzen diesen Angriffen Solidarität, Toleranz und ein klares Bekenntnis für Vielfalt und die Freiheit der Kunst entgegen. Sie positionieren sich gegen Rassismus, Ausgrenzung und rechten Populismus.

DIE VIELEN in Baden-Württemberg bilden die große Vielfalt der kulturellen Landschaft zwischen Lörrach und Ulm, Mannheim und Konstanz, Baden-Baden und Aalen ab. Akteur*innen der Bildenden Kunst sind ebenso vertreten wie Orchester, Theater, Museen oder Soziokultur. Alle haben sich verpflichtet, die Erklärung unter Besucher*innen und Mitarbeitern zu verbreiten und zur Diskussion zu stellen.

Die Erklärung ist nur der Beginn: In regelmäßigen Versammlungen werden Beteiligte in einen langfristigen Austausch treten, gemeinsame Aktionen, Veranstaltungen und Strategien entwickeln zur aktiven Solidarität untereinander und mit Menschen, die durch rechtsextreme Gruppierungen und Parteien an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Als selbst-aktives Netzwerk will es einen Beitrag zur Fortentwicklung der demokratischen Gesellschaft leisten und ein notwendiges Zeichen dafür setzen, dass die Kunst frei bleibt. Weitere Unterzeichner aus Baden-Württemberg sind willkommen und können sich melden unter: produktion@theaterrampe.de

Die ERKLÄRUNG DER VIELEN startete am 09. November des letzten Jahres in Berlin, Hamburg, Dresden und Nordrhein-Westfalen. Am heutigen Tage wächst die Bewegung auf etwa 20 Regionen bundesweit an: Neben Berlin, Hamburg, Dresden und Nordrhein-Westfalen erklären sich DIE VIELEN auch in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Frankfurt, Bremen, Bayern, Rostock, Halle, Mannheim, Celle, Nordwestregion-Oldenburg, Thüringen, Brandenburg und Baden-Württemberg. Vorbereitungen zu Erklärungen der Vielen und damit zu einer europäischen Bewegung gibt es auch in Wien und Warschau.

Bundesweit haben damit an die 2.000 Kunst- und Kulturinstitutionen mit ihren Aktiven aus der Kulturlandschaft eine Debatte zur Freiheit der Kunst und zur Fortentwicklung der offenen Gesellschaft angestoßen.

Zum 19. Mai werden bundesweite Glänzende Demonstrationen für ein „EUROPA DER VIELEN“ in mehreren Städten veranstaltet. Aktuelle Informationen und die Texte aller regionalen Erklärungen unter http://www.dievielen.de

 

Ansprechpartnerin für die Presse:

Für Baden-Württemberg:

Martina Grohmann, Theater Rampe Stuttgart

grohmann@theaterrampe.de

Telefon: +49 711 62 00 909-0

 

Für die bundesweite Koordinierungsstelle:

Christophe Knoch -Koordination, För Künkel -Büro

Telefon Die Vielen: +49 177 892 4882

www.dievielen.de

mail@dievielen.de

 

V.i.S.d.P.: Holger Bergmann (Vorsitzende*r Die Vielen e.V.)

PRESSEINFORMATION

Stuttgart, 12.09.2018  

Das THEATER RAMPE startet in die Spielzeit 2018/2019 und damit auch in das sechste Jahr der Intendanz von Marie Bues und Martina Grohmann. Das heutige Pressegespräch stand im Zeichen des Spielzeit-Mottos JETZT GEHT WIEDER ALLES VON VORNE LOS, das auch als Zeitdiagnose auf aktuelle politische Entwicklungen in Deutschland und Europa zu sehen ist. „Wir spüren eine gewisse Geschichtsvergessenheit und möchten deshalb eindeutig Haltung beziehen, indem wir einen Raum für Reflexion öffnen“, betonte Martina Grohmann. Angesichts von faschistischen Ausbrüchen wie jüngst in Chemnitz sowie konservativen Backlashs gegenüber Frauen setzt die Rampe dem ein engagiertes Programm entgegen. Das Motto sei jedoch nicht resignativ zu verstehen, sondern als Imperativ und Verpflichtung für Kulturinstitutionen.

Mit einer Rückschau auf die ersten fünf Jahre ihrer Intendanz in Stuttgart verknüpfte Marie Bues dieses Motto: „Fünf Jahre, in denen wir das Autor*innentheater erneuert und Performance in Stuttgart etabliert haben, in denen künstlerische Forschung und Experimentierfreude einen Ort gefunden haben.“ In den kommenden fünf Jahren möchte das Intendant*innen-Duo die bestehenden, insbesondere auch überregionalen Netzwerke und Kooperationen erweitern und diese mit Spaß und Lust ausbauen, so Bues.

Die bestehenden internationalen, interkulturellen und nachbarschaftlichen Beziehungen sollen perspektivisch erweitert werden. „Dazu gehört eine Vernetzung mit der Stadtgesellschaft, aber auch neue Netzwerke wie etwa das Freischwimmer-Festival. Es ist uns eine große Ehre, aufgenommen zu sein und mit anderen Produktionshäusern wie Sophiensæle Berlin, FFT Düsseldorf, Künstlerhaus Mousonturm, brut Wien und Gessnerallee Zürich zusammenzuarbeiten“, betonte Bues.

Auch zahlenmäßig hat das Haus Positives zu vermelden, wie Geschäftsführer Julian Bogenfeld bestätigt: „Die Auslastung lag im Durchschnitt bei 80 Prozent, was eine nochmalige Steigerung zu den Vorjahren darstellt.“ In den vergangenen fünf Jahren (Stand: Haushaltsjahr 2017) sei es mit dem Ergebnis ständig bergauf gegangen.

Bogenfeld betonte die signifikant hohe Zahl der Veranstaltungen mit sechs großen Produktionen, vier Koproduktionen, 36 Gastspielen am Haus und fünf Rampe-Gastspielen außerhalb Stuttgarts, „was natürlich auf die Vernetzungsarbeit zurückzuführen ist“. Dieses Programm sei jedoch nicht mit der Förderung von Stadt und Land zu stemmen, sondern erfordere das Einwerben von Drittmitteln, deren Anteil bei 16 Prozent lag. „Hier herrscht notgedrungen eine große Expertise am Haus“, betonte er. Mit Ausnahme einer Anpassung 2015 seien die Mittel nicht erhöht worden. „Das ist für ein kleines Theater umso wichtiger, um Löhne anzupassen und Expertise am Haus zu halten.“

Der Spielplan bietet ein breit aufgestelltes Programm aus Festivals wie STADT DER FRAUEN* und 6 TAGE FREI, Performances, darunter Herbordt/Mohren, O-Team oder Markus&Markus, Swoosh Lieu und Ant Hampton. Im Bereich des Tanzes wird die  Kooperation mit backsteinhaus produktion als enge Partner des Hauses fortgeführt, hinzu kommt eine neue Produktion des 6 TAGE FREI-Preisträgers Edan Gorlicki.

Im Autor*innentheater kommt in der Eröffnungsproduktion WHO RUN THE WORLD: DAS EVANGELIUM NACH MARIA / DIE APOKALYPSE NACH LILITH von Nicoleta Esinencu eine feministische Haltung zum Ausdruck, die weit über eine weiße, privilegierte Perspektive hinausgeht und sich am Urtext der patriarchalisch geprägten Gesellschaft, der Bibel, orientiert. Esinencu, die gemeinsam mit Marie Bues inszeniert, stellt dabei zwei Dissident*innen, Maria Magdalena und Lilith, in den Mittelpunkt ihres Textes und verwebt deren Geschichten mit denen heutiger Frauen.

Das zweite große Projekt, ermöglicht durch die Förderung im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes, der in neuer Auflage eine Kooperation zweier Häuser mit einer freien Gruppe erlaubt, beschäftigt sich mit Nosferatu als Folie, dem Vampir als mythisches Bild für Menschen im kapitalistischen System. Hier kooperiert backsteinhaus produktion neben dem THEATER RAMPE auch mit dem Theater Lübeck.

Der Vorverkauf für die Vorstellungen des ersten Quartals ist bereits gestartet: täglich an der Tageskasse (12-18 Uhr), telefonisch unter (0)711  620 09 09 15 und online über http://www.theaterrampe.de

Eine Übersicht des gesamten Programms finden Sie im Anhang, Probenfotos zur Eröffnungsproduktion WHO RUN THE WORLD: DAS EVANGELIUM NACH MARIA / DIE APOKALYPSE NACH LILITH können Sie hier downloaden: www.flickr.com/gp/theaterrampe/2RB97V

 

 

On Thursday evening, Wanja Saatkamp invited the congress to participate in a collective cooking and eating experience, prepared by two of our guests: the social anthropologist Sebastian Schellhaas from Frankfurt/Main and the writer Yemisi Ogbe from Lagos, Nigeria. Wanja has been working artistically with the format of meals for some time, creating a mixture of debate club, cooking show, restaurant and informal gathering. She presented the format as Vagabundenküche in Summer 2014 during the infamous Vagabundenkongress at Theater Rampe.

This time Wanja was rushing in to prepare a dinner-debate with two food experts from very different cultural backgrounds: Sebastian Schellhaas is a scientist who has specialized in cultures of food and consumption who used to conduct research in Africa for some time and has recently devoted his studies to the first nations in British Columbia, Canada. He is looking at myth and reality of the potlatch, an almost mystical cultural phenomenon, popularized by anthropologists like Marcell Maus and Franz Boas. It’s images of savage tribes offering absurdly big meals and hurling whole wagon loads of food into the deep waters of the bay just to out-spend a rivaling tribe or king that have dominated the debate about the potlatch – for the most part a misleading impression, as Sebastian claims. However I could not help thinking about Sebastian’s accounts while looking at the huge Mövenpick buffet offered to the Hunger-researchers at the conference hotel. A buffet that was presumably downsized to match the occasion…

The other host and cook was Yemisi Ogbe. Yemisi for years has written and blogged about Nigerian food. I had read a piece by her about fish soup and eroticism in Nigeria a while ago. And it was just that dish, fish soup, she offered to us. The interesting twist was this: Yemisi claimed that a woman offering fish soup to a man is as clear a sign for erotic intentions as – say – asking your date to come upstairs for one last coffee after a night out. Maybe more obvious, I don’t know. It astonishes me that a certain dish can carry such clear signs. I imagine a whole language made up of dishes, every ingredient a syllable, every course an argument, every spice an exclamation mark… So offering to make fish soup for this dinner seemed to me a beautiful gesture of admiration and sympathy to us. But we had to participate in the creation, chop the Okra and the tomatoes and so on. So it was not just a gift of sympathy from her to us, but it made us treat ourselves with some love. To extend love to the group, but also ourselves and each person individually. The act of preparing and giving food is an essential cultural and deeply emotional practice. Yemisi has written a piece for the conference about how giving food to your children as a mother is not only an act of love but also a complicated net of familial inheritances, care, guilt and knowledge.

Sebastian for his part suggested a dish, that was illustrating his thesis about what actually accounts as food. He prepared a typical rural and basic German dish: boiled potatoes, fried eggs and spinach. But it was prepared as a casserole and baked in the oven. The same ingredients but a very different effect, look and feel. Was this the familiar childhood dish or something totally different? Sebastian told two stories how during his field trips to central Africa he encountered the phenomenon, that people would not necessarily consider a certain dish – in his case a pizza – “food”, if it didn’t fulfill certain cultural expectations. What is food and what not, what is edible and what to be despised, depends on a whole array of factors, social, cultural as well as nutritional.

Wanja created out of all these ingredients an admirable atmospheric event in a former wine store in the building of Theater Rampe. A celebration of eating and talking food, sociability and care for one another. It’s intimacy was of course due to the small number of people who joined, but in many respects it was also an offer for an alternative approach to the sterile, nervous, fast paced, functional feel of the Conference.

Lieber Oliver,

Du gehst nun fort und machst dich auf die Reise. Alle unsere Reden haben nichts geholfen, wir wussten vermutlich, dass wir dich nicht aufhalten würden können. vermutlich waren sie deswegen auch so schlecht. aber ich will dir doch noch ein paar Worte mehr mit auf den Weg geben. Ich kann nicht sagen, dass ich es bedauere, denn es ist ja unvermeidlich.

Als ganz kleiner Junge hattest Du eine Leidenschaft für Landkarten. Du konntest Dir stundenlang Südamerika, oder Afrika, oder Australien betrachten und dich in die Wonnen der Erforschung versenken. Damals gab es noch viele weiße Flecke auf der Erde, und wenn Du auf einen stießt, der auf der Karte einladend aussah (aber das tun sie ja alle), dann legtest Du den Finger darauf und sagtest: ›Wenn ich groß bin, will ich dahin gehen.‹ An einigen davon bist Du gewesen und … nun, wir wollen nicht davon reden. Aber einen gab es noch, den größten, den weißesten sozusagen, nach dem Dir der Sinn stand. Aber tatsächlich ist es kein weißer Fleck mehr. Er ist mit Strömen, Seen und Namen angefüllt worden. Er hat aufgehört, ein Raum voll köstlicher Geheimnisse zu sein. Er ist zu einem Ort der Finsternis geworden.

Die Imagination Hunderter Forscher war schon vor Dir dort. Sie sind mit ihren Wanderstiefeln durchmarschiert und haben jedes Dinge benannt, bevor es überhaupt jemals jemand angeschaut hat. Sie haben mit der Fackel der Wissenschaft das Leuchten des Geheimnisses verdunkelt. Und schließlich sank die Sonne tief ans Ende ihrer Bahn, wechselte von blendendem Weiß zu tiefem Rot, ohne Strahlen und ohne Hitze, als wollte sie plötzlich verlöschen, zu Tode getroffen von der Berührung mit jener über einer Menschenmasse lastenden Düsternis.

Du wirst dort nicht finden, was Du suchst. Vorausgesetzt Du weißt überhaupt, was Du suchst. Mit deinem Fünf-Pfennig-Flussdampfer mit einem Kinderpfeifchen daran. Als wärst du einer jener Schaffenden mit einem Kapital. Eine Art Gesandter des Lichts, ein Apostel. Ist das eine Art Avantgarde-Komplex des Künstlers. Wo ich bin ist vorne? Oder wie bei Horst Mahler: Ob rechts oder links, Hauptsache radikal? Warum ist das Neue, unbekannte, eine Qualität für sich? Wird Kunst besser, nur weil sie sich weiterentwickelt? Oder Gesellschaft? Warum also interessiert man sich überhaupt für die Quantenwelt, wenn die Gesetze der Quantenphysik sowieso nur im atomaren Größenspektrum relevant sind? Wir leben doch ganz gut in der Makrowelt…

Du bist weder der erste noch der letzte, warum also überhaupt reisen? Frage Dich selbst, Oliver: Ist es eine Reise zu einem Ort hin oder bloß weg von einem anderen? Ich verrate Dir etwas: Du wirst genau das finden, was Du jetzt schon kennst. Das Neue, das wirst Du gar nicht erkennen, wenn Du ihm begegnest. Du wirst immer nur in Dich selbst hinabschauen, und es kann sein, dass das was Du siehst, sehr enttäuschend ist. Die Finsternis, das ist unser Geist. Nicht das Licht, die Finsternis. Der pulsierende Strom des Lichts oder der trügerische Fluß aus dem Herzen einer undurchdringlichen Finsternis. Da draußen gibt es nur Dich, sonst nichts.

Ich sehe Dich vor mir, wie Du deine Schuhe über Bord wirfst, zu dem Teufelsgott dieses Flusses. Du könntest Dich nicht einsamer und trostloser fühlen, wärst Du deines Glauben beraubt worden oder hättest Du die Bestimmung deines Lebens verfehlt.

Aber Du bist ja taub für alles außer himmlischen Bildern und Klängen, blind und taub. Die Erde ist für Dich nur ein Übergang. Für uns ist sie der Ort, an dem wir leben müssen, an dem wir uns mit Anblicken, Tönen, auch mit Gerüchen, bei Gott, abfinden müssen, wo wir auch einmal verfaultes Flußpferdfleisch riechen müssen, ohne uns vom Ekel unterkriegen zu lassen. Und hier, siehst Du, hier kommt die Kraft ins Spiel, der Glaube an die eigene Fähigkeit, die Kraft der Hingabe, nicht an uns selbst, sondern an ein finsteres, widerwärtiges Geschäft. Und das ist schwer genug.

Ich nehme an, dass Du mich für barbarisch oder gefühllos hälst. Aber in dem Raum in dem ich sitze ist eine Lampe – Licht, weißt Du – und draußen, da ist es so scheußlich, scheußlich finster.

 

 

 

JP