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PRESSEINFORMATION

Stuttgart, 27.02.2019                                                                  

In sechs Wochen startet 6 TAGE FREI, das Festival für die freie Szene im Südwesten. Beim Pressegespräch stellten die künstlerischen Leiterinnen und Rampe-Intendantinnen Marie Bues und Martina Grohmann das druckfrische Programm vor – pünktlich zum Vorverkaufsstart des Festivals, bei dem sich vom 8.-13. April die Tanz- und Theaterszene Baden-Württembergs präsentiert.

Das vom Theater Rampe biennal veranstaltete Festival zeigt an sechs Tagen die zehn ausgezeichneten Produktionen und bietet dem Publikum die einmalige Gelegenheit, sich einen Überblick über das breite Spektrum der freien Szene Baden-Württembergs zu verschaffen. Martina Grohmann betonte, dass interdisziplinäre Arbeiten typisch seien für 6 TAGE FREI: „Die Preisträger*innen erweitern Perspektiven, arbeiten mit verschiedenen Medien, lassen sich auf Experimente ein und interpretieren das Medium Theater mitunter überraschend. Darin bilden sich auch die zeitgenössischen Arbeitsweisen der freien Szene treffend ab.“

Bei ihrer Auswahl für 6 TAGE FREI 2019 berücksichtigte die Jury erneut die ästhetische Vielfalt der zeitgenössischen Darstellenden Künste und stellt mit den Preisträger*innen performative Entwürfe vor, die das Verhältnis zwischen künstlerischen Disziplinen, Kunst und Gesellschaft neu verhandeln. Bei der Vorstellung des Programms verwies Grohmann auf „Wiederholungstäter*innen“ wie beispielsweise NAF, O-Team, Overhead Project oder Emi Miyoshi / SHIBUI Kollektiv, die in den Vorjahren bereits mit dem Tanz- und Theaterpreis ausgezeichnet wurden: „Das zeigt, dass wir nachhaltig arbeiten.“

Marie Bues gab einen Überblick der Bewerber*innenlage: „Es gab 58 gültige Einreichungen, davon allein 27 aus Stuttgart, zehn aus Freiburg, sieben aus Heidelberg und sechs aus Mannheim.“ Die Preisträger*innen seien somit auch ein Spiegel der freien Tanz- und Theaterszene des Landes. Bues verwies zudem auf den Verbund regionaler Festivals, der zwei Produktionen ein überregionales Gastspiel beim „Festivals der Festivals“ ermögliche.

Hierzu ergänzte Atai Keller, Festivalbeauftragter des Landesverbands Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg (LaFT BW): „Seit die Rampe dieses Festival ausrichtet, hat es ungemein an Profil gewonnen. Es ist erstaunlich, wie Vernetzung funktioniert – in der Stadt, aber auch national. Die bundesweite Vernetzung in die großen Zentren fehlte bislang.“

Bühne FREI: Die Preisträger*innen-Produktionen 2019

Tanz und Figurenspiel, Performance und Neuer Zirkus, Neue Medien, Musik und Installation. Oft mischen sich die Genres. Oft ist es nicht mehr so klar, ob die Protagonist*in nun die Performer*in oder eines von unzähligen Porzellan-Puppenbeinen – oder vielleicht sogar die Zuschauer*in selbst ist. Es kann auch passieren, dass Sie einem Pauschenpferd gegenüberstehen oder in eine 16 Meter große Puppe eintreten. All dies findet sich im Programm des Festivals.

Zehn Produktionen können sich mit dem Prädikat Stuttgarter Tanz- und Theaterpreis schmücken und erhalten ein Preisgeld von 2.100 Euro:

Lucky Bastards von Edan Gorlicki / INTER-ACTIONS (Heidelberg)

Interface von Harald Kimmig / THE HUMAN FACTORY (Freiburg)

:-Oz von O-Team feat. Antje Töpfer, Fabian Hesse und HA$I (Stuttgart)

In my room von Emi Miyoshi / SHIBUI Kollektiv (Freiburg)

SchmetterDINGE – vom Versuch sich selber Flügel zu verleihen von Florian Feisel (Stuttgart)

(This is) Cliff von Marion Dieterle / DOSSIER 3-D-Poetry (Freiburg/Köln)

Surround von Overhead Project (Tübingen/Köln)

Supermann von La_Trottier Dance Collective (Mannheim)

Norm ist F!ktion #2 extendend – Keine Angst ohne Mut von NAF mit Special Guest Tom Heinzer (Stuttgart)

Punch Agathe* inside out von Gütesiegel Kultur* (Stuttgart)

 

Die 13 Preise im Überblick

Die zehn Tanz- und Theaterpreise 2019 wurden von der Jury bereits im November 2018 aus über 50 Einreichungen ausgewählt. Bewerben konnten sich Produktionen aus Baden-Württemberg, die in den Spielzeiten 2016/17 und 2017/18 Premiere hatten. Die Auswahl trafen Sophie Becker (Leitung Spielart München), Nicole Golombek (Redakteurin Stuttgarter Zeitung / Nachrichten), Pirkko Husemann (Leiterin Schwankhalle Bremen), Christiane Pohle (Regisseurin), Ives Thuwis (Choreograf) und Nadine Vollmer (Dramaturgin).

Außerdem vergibt ein Festival-Kuratorium zwei Gastspielpreise: Sarah Israel (Rodeo München), Tina Pfurr und Joy Kristin Kalu/Franziska Werner (PAF Berlin) kuratieren regionale Festivals in Deutschland. Sie sichten das Festivalprogramm und suchen aus den zehn Aufführungen die beiden aus, die zum „& friends-Festival“ (Festival der Freien Darstellenden Künste) 2020 eingeladen sind (in Kooperation mit dem Verbund Regionale Festivals e.V.).

Auch das Publikum wählt seinen Favoriten. Jede*r Zuschauer*in kann nach der Aufführung sein Votum geben. Der Publikumsliebling gastiert in der nächsten Saison wieder am Theater Rampe, vielleicht auch schon mit einer neuen Produktion.

Im Anschluss an die Preisverleihung für Künstler*innen, Publikum und Jury am Samstag, 13. April um 19:30 Uhr im Theater Rampe legt Moderator Andreas Vogel gemeinsam mit Dexter bei der Abschlussparty auf.

EXTRAS – Die freien Szenen

Die 13 Preise sollen zugleich Effekte für die freie Szene insgesamt haben, wie Produktionsleiterin Laura Oppenhäuser betonte. Ziel für die Ausgabe 2019 ist es, das Festival weiter zu öffnen und zu einer Versammlung der Künstler*innen zu machen. Über das Programm der Preisträger*innen hinaus gibt es Aufführungen, Präsentationen u.v.m. aus den freien Szenen, die zeigen, wie zahlreich, vielfältig, engagiert und kraftvoll die Darstellenden Künste in Baden-Württemberg sind. Darunter eine Sondervorstellung von DIE BEWEGUNG von Herbordt/Mohren am 10. April im Theater Rampe.

Hier eine kleine Auswahl der Extras:

DIE VIELEN möchten Künstler*innen stärken, die sich vermehrt politischen Angriffen rechter Parteien und Gruppierungen ausgesetzt sehen und setzen diesen Solidarität, Toleranz und ein klares Bekenntnis für Vielfalt und die Freiheit der Kunst entgegen. DIE VIELEN stehen für ein Miteinander, das mutig und großzügig ist und laden zu einer offenen Versammlung ein.

Studierende der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe errichten in der Foyerhalle des Theater Rampe POP UP – die Festivalbühne. Diese ist in Bewegung und schafft wechselnde Szenerien, versammelt Einblicke in Arbeiten, Initiativen und Ideen aus der freien Szene, u.a. mit der Lecture „Sich fremd werden“ von She She Pop.

Ein Ausflug nach „Container City“ führt auf das Gelände des Kunstvereins Wagenhalle: Ein Ausnahmeort, an dem verschiedene freie Szenen zusammenkommen, zusammenarbeiten und Kunst und Experiment, Leben und Arbeiten zusammenbringen. Das Festival bietet dort u.a. einen Audiowalk und ein „Speedmeeting“ für die vielen freien Szenen und ihr Publikum.

In diesem Jahr bietet 6 TAGE FREI gleich vier Workshops an: „Wir sind der Protagonist“ mit She She Pop, „Pitching- und Feedbackmethoden“ mit Frederik Zeugke, „Windkanal 2019“ mit Uwe Gössel sowie „Rethinking the possible“ für professionelle Tänzer*innen mit Overhead Project.

Die BEST OF(F)-Tour 2019

Drei Kurator*innen besuchen das Festival und schicken je eine Tanz- sowie eine Theaterproduktion auf ein überregionales Gastspiel. Das Festival geht auch wieder auf Tour: Die Reihe BEST OF(F) bringt Preisträger*innen-Produktionen ins ganze Land, um über den Festival-Termin und über den Austragungsort hinaus zu wirken, wie Lilian Luley von der LAKS (Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und Soziokulturellen Zentren Baden-Württemberg e.V.) erklärte.

Die „Best-Of(f)“-Tour präsentiert von Ende April bis Anfang Juni diesen Jahres Edan Gorlicki mit LUCKY BASTARDS, Emi Miyoshi / SHIBUI Kollektiv mit IN MY ROOM, NAF mit NORM IST F!KTION #2 – KEINE ANGST OHNE MUT sowie Marion Dieterle mit (THIS IS) CLIFF. Die Publikumspreisträger*in kehrt mit einem Gastspiel an das Theater Rampe zurück.

Eine ausführliche Übersicht finden Sie in der beigefügten Presseinformation der LAKS.

6 TAGE FREI – Wie es begann

Das Festival hat eine lange Tradition. Es ist aus dem Stuttgarter Theaterpreis hervorgegangen, der 1988 vom Theaterhaus Stuttgart und der Stuttgarter Zeitung initiiert wurde. Seit 2015 leitet das Theater Rampe das Festival und hat ihm einen neuen Namen gegeben: 6 TAGE FREI.

Für viele Künstler*innen bietet das Festival eine gute Gelegenheit zur Vernetzung. So wurde der Heidelberger Choreograf Edan Gorlicki etwa 2017 für THE PLAYERS bereits mit dem Tanz- und Theaterpreis ausgezeichnet und erhielt während des Festivals sowohl den Kritiker*innen- als auch den Publikumspreis.

Für ihn bedeutete das Festival einen wichtigen Anschub für weitere Gastspiele. Mit LUCKY BASTARDS ist er in diesem Jahr wieder dabei. Und was läge näher, als mit diesem Titel und dieser interdisziplinären Gala das Festival am 8. April zu eröffnen?

www.6tagefrei.de

 

Pressefotos der Preisträger*innen-Produktionen:

www.flickr.com/gp/theaterrampe/Fg2007

Pressefotos Festivalatmosphäre 6 TAGE FREI 2017:

www.flickr.com/gp/theaterrampe/XH1ZV5

 

Erläuterung:
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WIR SIND VIELE, JEDE*R EINZELNE VON UNS

KUNST- UND KULTURSCHAFFENDE UND INSTITUTIONEN BADEN-WÜRTTEMBERGS POSITIONIEREN SICH FÜR EINE OFFENE GESELLSCHAFT

Heute, am 1. Februar 2019, wird die BADEN-WÜRTTEMBERGER ERKLÄRUNG DER VIELEN veröffentlicht und verbreitet. Mehr als 100 Kunst- und Kulturinstitutionen, Verbände und freie Kunst- und Kulturschaffende aus ganz Baden-Württemberg haben die BADEN-WÜRTTEMBERGER ERKLÄRUNG DER VIELEN bereits jetzt erst-unterzeichnet.

DIE VIELEN sind regionale Bündnisse von Kunst- und Kulturschaffenden, welche Kunst und ihre Einrichtungen als offene und engagierte Räume begreifen, die Vielen gehören und in denen ein aufklärender und demokratischer Dialog geführt wird. Sie reagieren damit auf vermehrte politische Angriffe rechter Parteien und Gruppierungen, denen Akteure der Kunst und Kultur, ihre Institutionen, ihre Werke und ihr Wirken ausgesetzt sind. DIE VIELEN setzen diesen Angriffen Solidarität, Toleranz und ein klares Bekenntnis für Vielfalt und die Freiheit der Kunst entgegen. Sie positionieren sich gegen Rassismus, Ausgrenzung und rechten Populismus.

DIE VIELEN in Baden-Württemberg bilden die große Vielfalt der kulturellen Landschaft zwischen Lörrach und Ulm, Mannheim und Konstanz, Baden-Baden und Aalen ab. Akteur*innen der Bildenden Kunst sind ebenso vertreten wie Orchester, Theater, Museen oder Soziokultur. Alle haben sich verpflichtet, die Erklärung unter Besucher*innen und Mitarbeitern zu verbreiten und zur Diskussion zu stellen.

Die Erklärung ist nur der Beginn: In regelmäßigen Versammlungen werden Beteiligte in einen langfristigen Austausch treten, gemeinsame Aktionen, Veranstaltungen und Strategien entwickeln zur aktiven Solidarität untereinander und mit Menschen, die durch rechtsextreme Gruppierungen und Parteien an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Als selbst-aktives Netzwerk will es einen Beitrag zur Fortentwicklung der demokratischen Gesellschaft leisten und ein notwendiges Zeichen dafür setzen, dass die Kunst frei bleibt. Weitere Unterzeichner aus Baden-Württemberg sind willkommen und können sich melden unter: produktion@theaterrampe.de

Die ERKLÄRUNG DER VIELEN startete am 09. November des letzten Jahres in Berlin, Hamburg, Dresden und Nordrhein-Westfalen. Am heutigen Tage wächst die Bewegung auf etwa 20 Regionen bundesweit an: Neben Berlin, Hamburg, Dresden und Nordrhein-Westfalen erklären sich DIE VIELEN auch in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Frankfurt, Bremen, Bayern, Rostock, Halle, Mannheim, Celle, Nordwestregion-Oldenburg, Thüringen, Brandenburg und Baden-Württemberg. Vorbereitungen zu Erklärungen der Vielen und damit zu einer europäischen Bewegung gibt es auch in Wien und Warschau.

Bundesweit haben damit an die 2.000 Kunst- und Kulturinstitutionen mit ihren Aktiven aus der Kulturlandschaft eine Debatte zur Freiheit der Kunst und zur Fortentwicklung der offenen Gesellschaft angestoßen.

Zum 19. Mai werden bundesweite Glänzende Demonstrationen für ein „EUROPA DER VIELEN“ in mehreren Städten veranstaltet. Aktuelle Informationen und die Texte aller regionalen Erklärungen unter http://www.dievielen.de

 

Ansprechpartnerin für die Presse:

Für Baden-Württemberg:

Martina Grohmann, Theater Rampe Stuttgart

grohmann@theaterrampe.de

Telefon: +49 711 62 00 909-0

 

Für die bundesweite Koordinierungsstelle:

Christophe Knoch -Koordination, För Künkel -Büro

Telefon Die Vielen: +49 177 892 4882

www.dievielen.de

mail@dievielen.de

 

V.i.S.d.P.: Holger Bergmann (Vorsitzende*r Die Vielen e.V.)

6 TAGE FREI: Das sind die Preisträger*innen 2019

6 Tage / 10 Aufführungen / 13 Preise / 2 Festakte / 2+ Bühnen / 2 Workshops / Gespräche, Diskussionen, Präsentationen und Partys / x Kooperationen

Das Festival 6 TAGE FREI kommt wieder: Es ist die dritte Ausgabe des Tanz- und Theaterpreises der Stadt Stuttgart und des Landes Baden-Württemberg, die das Theater Rampe veranstaltet. Jetzt stehen die zehn Preisträger*innen fest, die vom 8. bis 13. April 2019 am Theater Rampe und im Jungen Ensemble Stuttgart zu sehen sein werden. Aus 58 Einreichungen aus ganz Baden-Württemberg hat die überregionale Jury in intensiven Diskussionen eine Auswahl getroffen, die die Vielfalt und die ästhetische Risikobereitschaft der freien Szene des Landes wiederspiegelt und über die gängigen Erzählweisen hinausweist. Dass Baden-Württemberg auch in diesem Feld mithalten kann, zeigt das Festival.

DIE TANZ- UND THEATERPREISTRÄGER*INNEN

Die Preisverleihung findet zum Finale des Festivals am 13. April statt, bei der auch zwei Gastspielpreise vergeben und ein Publikumsliebling gekürt werden. Die zehn Tanz- und Theaterpreise, dotiert mit einem Preisgeld von jeweils 2.100 Euro, gehen an:

IN MY ROOM.Tanz, Installation, Peformance – Emi Miyoshi / SHIBUI Kollektiv (Freiburg)

SURROUND. Performance, Tanz, Circus – Patschovsky & Behren GbR / Overhead Project (Tübingen/Köln)

PUNCH AGATHE* INSIDE OUT. Figurentheater – Gütesiegel Kultur* (Stuttgart)

:-Oz. 3D-Plastic-Biohypermedia-Theater – O-Team feat. Antje Töpfer, Fabian Hesse und Ha$I (Stuttgart)

NORM IST F!KTION #2 – KEINE ANGST OHNE MUT. Performance – NAF (Stuttgart)

(THIS IS) CLIFF. Tanzperformance – Marion Dieterle/DOSSIER 3-D-Poetry (Freiburg/Köln)

INTERFACE. Musik-, Tanzperformance – Harald Kimmig The Human Factory (Freiburg)

LUCKY BASTARDS. Interdisziplinäre Gala – Edan Gorlicki / INTER-ACTIONS (Heidelberg)

SCHMETTERDINGE. Performance, Installation – Florian Feisel (Stuttgart)

SUPERMANN. Tanztheater – La_Trottier Dance Collective (Mannheim)

DIE JURY

Versammelte Expertise: Die Entscheidungen trafen Sophie Becker (SPIELART Festival und Theaterakademie August Everding, München), Pirkko Husemann (Künstlerische Leitung Schwankhalle Bremen), der Choreograf Ives Thuwis, die Theaterkritikerin Nicole Golombek (Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten), die Regisseurin Christiane Pohle und die Dramaturgin Nadine Vollmer.

DAS FESTIVAL

Das vom Theater Rampe biennal veranstaltete Festival zeigt an sechs Tagen die zehn ausgezeichneten Produktionen aus den vergangenen zwei Jahren. Es bietet dem Publikum die einmalige Gelegenheit, sich einen Überblick über das breite Spektrum der freien Szene Baden-Württembergs zu verschaffen. Eine Jury berücksichtigte in ihrer Auswahl die ästhetische Vielfalt der zeitgenössischen Darstellenden Künste und stellt mit den Preisträger*innen performative Entwürfe vor, die das Verhältnis zwischen künstlerischen Disziplinen, Kunst und Gesellschaft neu verhandeln.

Das Festival bringt die dezentrale freie Szene des Landes für sechs Tage in Stuttgart zusammen, bietet ihr eine Plattform für Austausch und Entwicklung neuer Perspektiven in der Szene. Ein Rahmenprogramm macht ausführliche Denkräume für die Szene auf. In einem Workshop-Programm für acht Künstler*innen aus Baden-Württemberg werden Arbeiten und Arbeitsweisen unter der Leitung des Dramaturgen Frederik Zeugke diskutiert. Für den praktischen Workshopteil konnte in diesem Jahr das Kollektiv She She Pop gewonnen werden.

Darüber hinaus schafft 6 TAGE FREI ein starkes Angebot für die überregionale Vernetzung der Künstler*innen: Drei Kurator*innen besuchen das Festival und schicken eine Tanz- sowie eine Theaterproduktion auf ein überregionales Gastspiel. Das Festival tourt auch wieder durch die Region: Die Reihe BEST OF(F) bringt Preisträger*innen-Produktionen ins ganze Land. Der Publikums-preisträger kehrt mit einem Gastspiel an das Theater Rampe zurück.

In Trägerschaft der Landeshauptstadt Stuttgart, dem Land Baden-Württemberg sowie dem Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. (LaFT). Mit Unterstützung von Lotto Baden-Württemberg, der LBBW-Stiftung und der Kulturgemeinschaft. In Kooperation mit Junges Ensemble Stuttgart sowie mit der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe.

http://www.6tagefrei.de und http://www.theaterrampe.de

Stadt der Frauen* in Esslingen am Neckar

Ein Gründungsfestival vom 28. bis 30. September 2018

Kunst und Theater, Musik und Performance, Tanz und Literatur, Diskurs und Parade

Eine idyllische Stadt in Süddeutschland wird als Stadt der Frauen* neu gegründet und damit zum Zentrum einer globalen Frauen*bewegung erklärt.  Die Stadt der Frauen* vereint für drei Tage Künstler*innen, Bürger*innen, Vereine, Initiativen, Musiker*innen, Chöre und Gründer*innen zu einem Stadtfest, einer theatralen Behauptung, einer utopischen Neugründung, einem Modell für eine Stadt der Zukunft.  Alle sind eingeladen mitzumachen und die eigene Stadt aktiv mitzugestalten.

Es ist eine spielerisch-theatrale Umordnung der Dinge aus feministischer Sicht. Und die ist so divers wie die Akteur*innen, so vielfältig wie die künstlerischen und diskursiven Formate. Stadt der Frauen* ist ein Gründungsfestival für Kunst und Theater, Musik und Performance, Tanz und Literatur, Diskurs und Parade für alle. Der Eintritt ist frei.

Alle drei Jahre richtet die Stadt Esslingen a.N. das große Kulturfest „Stadt im Fluss“ aus. Zur diesjährigen sechsten Ausgabe des Festivals ziehen Künstler*innen und Vereine in das Alte Rathaus ein und besetzen repräsentative Orte der Stadt mit ihren Ideen zur Umverteilung von Privilegien und einer gerechten Stadtgesellschaft. Auf einer Bühne im Freien, in einem Parlament, in der matriarchalen Volksküche, dem Gesundheitszentrum oder der Schule der Frauen* geht es um Gemeinwesen: z.B. um Pflege, um Gewaltfreiheit, um Geschlechtervielfalt, um Gesundheit,  um die Sicherheit von Daten – und in der Nacht ums reine Vergnügen!

Das Festival folgt der Dramaturgie einer Gründungsfeier: Mit dem Einzug von Bürger*innen und Akteur*innen in die Stadt Bürger*innen starten die Feierlichkeiten, der Grundstein wird gelegt, eine Hymne vorgestellt und eine Gründungsakte verfasst.

Für die Idee und die künstlerische Leitung zeichnet das Theater Rampe Stuttgart mit den Intendantinnen Martina Grohmann und Marie Bues sowie der Dramaturgin Paula Kohlmann verantwortlich. Gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Esslingen haben sie freie und städtischen Kultureinrichtungen, Vereine und Künstler*innen aus Esslingen mit überregionalen und internationalen Performer*innen und Akteur*innen vernetzt.

Programm-Beispiele:

Die moldawische Autorin Nicoleta Esinencu schrieb für die Stadt der Frauen* den Theatertext „Who run the world: das Evangelium nach Maria / die Apokalypse nach Lilith“. Die Uraufführung durch das teatru spalatorie und das Theater Rampe in der Regie von Nicoleta Esinencu und Marie Bues ist an der Württembergischen Landesbühne Esslingen zu sehen. Mit auf der Bühne: Der Chor Liederlust aus Mettingen.

Peter Frost und die Gruppe LeFrau aus Berlin erforschen gemeinsam mit dem Esslinger Shantychor der Marinekameradschaft „Tsingtau“ Matriarchate.

Aus Wien reisen die Künstlerin und Performerin Barbis Ruder als INFLUENCA #likemetoo an, sowie Klitclique (Is it Art? Is it Music?). Ein Frauenchor aus der letzten Inszenierung von René Pollesch am Schauspiel Stuttgart versammelt sich, das Performance-Duo christians//schwenk schlägt eine neue Formder Auseinandersetzung im Parlament vor: „nicht reden, sondern schwitzen“. Die in Esslingen lebende Feministin Frigga Haug lädt zum Dialektik-Camp. Die Künstlerin Cornelia Sollfrank erweitert die Stadt der Frauen* ins Digitale und stellt ihr neues Buch „Die schönen Kriegerinnen“ zum Cyberfeminismus vor.

Viele Esslinger Kulturschaffende, Vereine, freie Künster*innen und Bürger*innen haben Projekte für die Stadt der Frauen* entwickelt, unter anderem KOMMA – Jugend und Kultur mit Konzerten und female DJs, das Kulturzentrum Dieselstraße mit einem Stadtspiel „Neu-Stadt! Neu-Esslingen!“ der urbansupergroup sowie dem Musiktheater „Ettenna“, PODIUM Esslingen mit dem Konzert „Musik in Cis und Queer. post-Genre trifft post-Gender“, das interreligiöse Musikprojekt TRIMUM, sowie der Frauenrat, das Referat für Chancengleichheit, die Antidiskriminierungsstelle.

Stadt der Frauen* ist eine Veranstaltung des Kulturamts der Stadt Esslingen in Kooperation mit dem Theater Rampe, dem Netzwerk Kultur Esslingen, der Württembergischen Landesbühne Esslingen und vielen mehr. Die ZukunftsStiftung Heinz Weiler, die Stiftung Kreissparkasse, die Eßlinger Zeitung, die Stadtwerke Esslingen, die Daimler AG, Ritter Sport und Kessler Sekt unterstützen das Kulturfest.

Das Festival beginnt am Freitag, 28. September um 17:30 Uhr mit dem Einzug der Frauen* vom Bahnhofplatz zum Rathausplatz, wo um 18:00 Uhr die offizielle Grundsteinlegung erfolgt.

 

Das Festival findet statt:

Freitag, 28. September, 17:30 bis 22:00 Uhr (Altes Rathaus, Open-Air und sonstige Spielorte), ab 22:00 Uhr im KOMMA – Jugend und Kultur

Samstag, 29. September, 14:00 bis 22:00 Uhr, (Altes Rathaus, Open-Air und sonstige Spielorte), ab 22:00 Uhr im KOMMA – Jugend und Kultur

Sonntag, 30. September, 13:30 bis 20:00 Uhr (Altes Rathaus, Open-Air und sonstige Spielorte)

 

Öffnungszeiten des Informationsstands am Marktplatz:

Freitag, 28. September, 16:00–22:00 Uhr

Samstag, 29. September, 14:00 bis 22:00 Uhr

Sonntag, 30. September, 14:00 bis 20:00 Uhr

 

Der Eintritt ist frei, außer für die Vorstellungen im Kabarett der Galgenstricke. Für „Who run the world: das Evangelium nach Maria / die Apokalypse nach Lilith“ in der Württembergischen Landesbühne Esslingen (Freitag, 28.9., 19:30 Uhr; Samstag, 29.9., 19:30 Uhr und Sonntag, 30.9., 16:00 Uhr) sowie für „Musik in Cis und Queer. post-Genre trifft post-Gender“ vom PODIUM Esslingen in der Schickhardt-Halle, Altes Rathaus am Sonntag, 30.9., 14:30 Uhr und 16:30 Uhr sind kostenlose Einlasskarten an den Informationsständen erhältlich.

 

http://www.stadt-der-frauen.de