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Kooperationen

Seit Anfang Dezember heißt es auf dem Marienplatz: „Suppe für alle“. Immer sonntags lädt die Bürgerstiftung Stuttgart in Kooperation mit dem Ensemble des VOLKS*THEATER RAMPE von 12 bis 13 Uhr zum Essen auf dem Marienplatz ein. Zur kostenlosen, warmen Suppe in Gläsern gibt es Gedichte oder Zeichnungen des VOLKS*THEATER-Ensembles to go!

Die Aktion knüpft an die jährliche Vesperkirche an, bei der Essen kostenlos oder für kleines Geld verteilt wird. So wird jedes Jahr ein Treffpunkt für viele verschiedene Menschen geschaffen und darüber hinaus Unterstützung für Bedürftige geleistet. Durch die Aktion sollen Stuttgarter*innen für die Situation von Menschen in prekären Lebenslagen sensibilisiert werden. Da die Essensausgabe auf diese Weise aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Winter nicht möglich war, ist die Essensverteilung mobil geworden und hat sich über die gesamte Stadt verteilt.

Das VOLKSTHEATER stieß auf die Aktion und beschloss, dass es auch am Marienplatz eine mobile Essensausgabe geben solle. Also wurde ein Wagen gestaltet, der nun jeden Sonntag zum Marienplatz gebracht wird. Verschiedene Mitglieder des Volkstheaters engagieren sich dabei – auch künstlerisch, indem sie zusätzlich zur Suppe auch selbstgeschriebene Texte und Gedichte to-go anbieten und sich manchmal zu spontanen künstlerischen Aktionen verleiten lassen. Damit sind sie jedoch nicht alleine – auch andere Helfer*innen steuern von Zeit zu Zeit eine Gesangseinlage bei.

Viele Helfer*innen begleiten diese Aktion: Der Eintopf im Glas wird im Januar gekocht vom Gasthaus Das Lehen und im Februar vom Da Loretta. Tatkräftig unterstützt wird die Aktion auch vom Verein Helfende Hände e.V., einer Initiative im Gebrüder Schmid Zentrum.

Ab Januar 2021 sind 13 Künstler*innen am Theater Rampe in Residenz. Sie nutzen jeweils bis zu acht Wochen des vermeintlichen Stillstands für Recherchen und zur künstlerischen Weiterentwicklung. Sie vertiefen nachhaltig ihre ästhetischen Fragestellungen, erschließen sich Felder oder Methoden, setzen Impulse für das postpandemische Theater. Wozu im produktionsorientierten Kulturbetrieb sonst kaum zeitliche, räumliche oder finanzielle Ressourcen verfügbar sind, dazu ist hier Gelegenheit.

Der Fonds Darstellende Künste hat im Rahmen seines Programms #TAKETHAT ein Förder-Modul für Künstler*innen-Residenzen an Theaterhäusern eingerichtet, die im Bundesnetzwerk FLAUSEN+ organisiert sind. So kann auch das Theater Rampe 13 Künstler*innen aus seinem Umfeld diese #TAKECARERESIDENZ ermöglichen und begleiten.

Die Residenzen finden digital oder analog statt. Wir werden hier darüber weiter berichten. Das sind die Künstler*innen und ihre Vorhaben:

Céline Papion

Recherche – Musik in Bewegung

Seit Jahren entwickelt Céline Papion ihre Arbeit als Cellistin in Richtung “Neues Musiktheater”, hin zu einer eigenen performative Sprache basierend auf dem Prinzip der „sichtbaren Musik“. Zur Frage nach Körper und Komposition wird sie während der Residenz recherchieren und ihre performative Praxis erweitern.

Philine Pastenaci

Am unteren Rand

Philine Pastenaci führt Interviews mit Menschen am Rand der Gesellschaft: mit Obdach-, Wohnungs- und Langzeitarbeitslosen spricht sie über ihre Lebensrealität, die sich seit der Coronakrise stark verändert hat. Die Recherche soll in eine Audio-Arbeit fließen und ggf. in ein Skript, die Grundlage für eine Neue Musik-Komposition werden kann. Sie möchte damit die oft nicht sichtbaren Geschichten hörbar machen.

Laura Schilling

Im Blick der Öffentlichkeit

Laura Schilling widmet sich einer szenischen Recherche dem „Lübcke-Prozess“, den sie am OLG Frankfurt beobachtet hat: Wie übersetzt sich das rechtliche Geschehen in künstlerische und gesellschaftliche Resonanzräume? Das Theater als „andere“ Öffentlichkeit dient als Raum der Orientierung für die Frage: Wie kann man der Normalisierung rechter Diskurse entgegentreten?

Justyna Koeke

Age and the City

Justyna Koeke recherchiert zu älteren Frauen im öffentlichen Raum. Besonders nachts zeigt sich die Abwesenheit und Ängstlichkeit der älteren Generation deutlich. Die Künstlerin sucht nach Formaten, die dagegen wirken können. Geplant sind neben Interviews auch Interventionen im nächtlichen Stadtraum: Abendspaziergänge, Fotografieren, und Kostümentwicklungen, die Frauen ermutigen.

Ülkü Süngün

KulturKanakisierungsKommission

Ülkü Süngün möchte Stuttgarter Kulturinstitutionen kritisch unter die Lupe nehmen: Wird überall, wo Diversität draufsteht, auch Diversität gelebt? Eine umfassende Recherche und die Gründung einer KulturKanakisierungsKommission sollen helfen, Strukturen zu hinterfragen, Räume zu öffnen und rassismuskritische und dekolonisierende Praktiken zu stärken sowie ein erweitertes WIR zu konstituieren.

die apokalyptischen tänzerin*nen  –  Jasmin Schädler & Sara Glojnarić

Über-Setzen

Sara Glojnarić und Jasmin Schädler erforschen im Rahmen ihrer Residenz die Performativität des Übersetzens. Die Übersetzung wird zum künstlerischen Ausdruck – musikalisch, sprachlich und als Mittel der Intervention. Demgegenüber steht eine kritische Befragung gängiger Übersetzungspraxis. Sie erarbeiten während der Residenz übersetzungskritische Performance-Skizzen. 

Surja Ahmed

bond_ASAP_Raumrecherche

Die veränderten Bedingungen durch die SARS-CoV-2-Pandemie regen zu einem Überdenken vorherrschender Raumordnungen an. Die Notwendigkeit eines physischen Ortes des Austauschs wird offensichtlich, doch wie können solche Orte aussehen? Surja Ahmed untersucht welche Rollen Theater und Kunstvereine hier spielen, wie funktioniert an diesen Orten Begegnung und welchen Themen sollten sie Raum geben?

Magda Agudelo

Volks*theater-Vision für Cannstatt

Magda Agudelo sucht nach Bühnen im öffentlichen Raum: Was für ein Theater braucht Bad Cannstatt, der älteste Stadtteil Stuttgarts? Welche Geschichten wollen die Bewohner*innen erzählen oder sehen? Welche Formate passen zu diesen Geschichten? An welchen konventionellen oder alternativen Orten finden diese Geschichten ihren Platz?

Edan Gorlicki

Ghost Gestures

Seit 2015 entwickelt der israelische Choreograf Edan Gorlicki Stücke in Baden-Württemberg. In Arbeiten wie „Lucky Bastards“ und „Impact“ untersucht er gesellschaftliche Themen und die Verantwortung von Künstler*innen und Publikum. Sein Recherche-Projekt Ghost Gestures stellt die Frage, wie sedimentierte körperliche Erinnerungen und nicht inszenierte Bewegungen in der choreografischen Arbeit eingesetzt werden können.

Fender Schrade

Zuhören

Fender Schrade beschäftigt sich in seinem Projekt mit Zuhören als aktivem Prozess im Kontext von Musik/Klang und Theater. Wie kann Zuhören ein musikalischer/ künstlerischer Prozess sein? Schrade recherchiert u.a. nach Konzepten und Praxen des Zuhörens in öffentlichen Aufführungssituationen, speziell im Feld der zeitgenössischen Performance.

Gruppe CIS

Körper-Bild-Wert

Gruppe CIS ( Sabrina Schray & Judith Engel) flottiert als fluides Kollektiv interdisziplinär und mit unterschiedlicher Besetzung. Sie untersucht soziale Körperschaften im Spannungsfeld medialer Settings und gesellschaftlicher Szenarien. Während der Residenz arbeitet Gruppe CIS zum Material „menschlicher Körper“ anhand der Erstellung eines historischen Archivs und Strategien zum disruptiven Potential unseres Fleischs.

Für zwei Wochen war Caroline Creutzburg im Rahmen einer FREISCHWIMMEN-Residenz auf unserer Probebühne zu Gast. Unter dem Titel „deep net dark hole fake rabbit“ beschäftigt sie sich mit der Archäologie des online-Seins und mit dem Internet als einem Ort der Orientierung und des Verpassens. Sie berichtet von ihrer Arbeit:

„Das Konzept zum Stück entstand vor dem Corona-bedingten Streamingwahnsinn – umso wichtiger ist mir gerade, das Thema jenseits des Screens zu verhandeln und darzustellen. Geplant ist ein Bühnen-Hör-Stück im Dunkeln mit meiner mikrofonierter Stimme im schemenhaften Surf-Setting und Versorgung der Zuhörenden mit Links ins Internet auf deren Smartphones. Im www geht man leicht verloren, man spricht vom Internet auch als ein ‚Rabbit Hole‘. Mich interessieren zum einen diese endlosen Weiten, auf die man bei einer einfachen Google-Suche stößt und die einen an die Grenzbereiche des Bedeutungslosen führen.

Gleichzeitig frage ich mich, wie ich eigentlich am so omnipräsenten Internet teilnehme – jenseits davon, als Konsumentin angeprochen zu werden. Und wie kann ich über das online-Sein nachdenken, ohne nur auf die ernüchternde Bilanz einer einstigen Utopie zurückgeworfen zu sein und das Internet auf eine kapitalistische Dystopie zu reduzieren? 

Meine Suche führt mich in die Gefilde der Internetkultur. Diese reicht von Forenbeiträgen zu trivialen Spezialthemen über user-generated video content und Memes bis zu elaborierter Netzkunst und Hacktivismus. Es ist eine reichhaltige Aktivität, deren Schichten und Dynamiken man als non-digital-native aber erstmal durchsteigen muss. Die Premiere ist geplant für den 5.2.2021 im Frankfurter Mousonturm.“

FREISCHWIMMEN ist eine internationale Austausch- und Produktionsplattform für junge Gruppen und Künstler*innen aus Theater und Performance. Sie wird getragen durch brut WienFFT DüsseldorfGessnerallee ZürichHochX MünchenLOFFT – DAS THEATER LeipzigSchwankhalle BremenSophiensæle Berlin und Theater Rampe Stuttgart.

FREISCHWIMMEN bietet mit ResidenzenWorkshop-Showings und Gastspielen und Labs einzelne Module, die je nach den Bedürfnissen der Künstler*innen und Kapazitäten der Häuser unterschiedlich kombiniert werden können.

Gehostet von Theater Rampe und der Schwankhalle Bremen haben sich am 16. und 17. November 2020 aktuelle FREISCHWIMMEN Künstler*innen und Häuser online zum Lab getroffen: Einem Kick-Off Treffen, das die neue FREISCHWIMMEN Runde einläutet.

Die Labs sind als intensive Arbeits- und Austausch-Formate konzipiert. Hier wird das Zusammentreffen aller Künstler*innen sowie Partnerhäuser der Plattform ermöglicht. Fast zwei volle Tage gab es in virtuellen Präsentationen und Gesprächen Austausch über die jeweiligen Projekte, Arbeitsweisen und Vorhaben der Gruppen in unterschiedlichen Online-Formaten. Dabei wurden die Beteiligten nicht nur in Probenprozesse und auf Theaterbühnen, sondern über Google Maps auch in betonierte Neubaugebiete in Leipzig und Zürich mitgenommen, bekamen ein kurzes Live-Konzert vorgespielt, konnten Duft-Erlebnisse durch visuelle Eindrücke und detaillierte Beschreibungen fast riechen und waren sich am Ende doch alle einig: Das sinnliche Theatererlebnis ist durch nichts zu ersetzen. Das Zweiergespräch wiederum funktioniert auch virtuell sehr gut: In 15-minütigen „Breakout-Sessions“ gab es kurze Kennenlerngespräche zwischen den Leiter*innen/ Dramaturg*innen der FREISCHWIMMEN-Häuser und den Künstler*innen.

Am virtuellen Lagerfeuer mit Snapchat-Masken haben sich am Abend Ananas und Kartoffel über die Zukunft des Theaters ausgetauscht – als digitale WG Party. Input gab es dazu aus der vorherigen FREISCHWIMMEN-Runde von Caroline Creutzburg, Till Korfhage (Mobile Albania) und Cilgia Gadola (ehem. Produktionsleitung FREISCHWIMMEN).

Mit dabei im FREISCHWIMMEN-Netzwerk sind 2021/22:

CHICKS* freies performancekollektiv

Criptonite / Edwin Ramirez + Nina Mühlemann

DIE SOZIALE FIKTION

Gruppe CIS

Lau Lukkarila

Sandra Chatterjee

Saskia Rudat

Syndikat Gefährliche Liebschaften

Die Labs sind als intensive Arbeits- und Austausch-Formate konzipiert. Hier wird das Zusammentreffen aller Künstler*innen sowie Partnerhäuser der Plattform ermöglicht.

FREISCHWIMMEN ist eine internationale Austausch- und Produktionsplattform für junge Gruppen und Künstler*innen aus Theater und Performance. Sie wird getragen durch brut Wien, FFT Düsseldorf, Gessnerallee Zürich, HochX München, LOFFT – DAS THEATER Leipzig, Schwankhalle BremenSophiensæle Berlin und Theater Rampe Stuttgart.

FREISCHWIMMEN bietet mit Residenzen, Workshop-Showings und Gastspielen sowie Labs einzelne Module, die je nach den Bedürfnissen der Künstler*innen und Kapazitäten der Häuser unterschiedlich kombiniert werden können.

VOLKS*THEATER RAMPE ist ein Nachbarschaftstheater aus Stuttgart Süd, dass sich mit aktuellen Themen und Fragestellungen im Viertel beschäftigt. Auch dem 15-köpfigen Nachbarschafts-Ensemble aus Stuttgart Süd, dem VOLKS*THEATER RAMPE, fällt es schwer, die Füße stillzuhalten. Über die Einladung von Andreas Vogel ins RAKETENRADIO XXL, haben sie sich daher sehr gefreut: Ab sofort gibt es monatlich kleine Beiträge in der Webradioshow, die live aus der Rakete sendet: Stimmen aus Stuttgart-Süd passend zur aktuellen Sendung. Am 12.11. gab es einen ersten gutgelaunten Beitrag zum Thema schlechte Laune. 

Die Mitglieder des VOLKS*THEATER-Ensembles zeichnen in einer Umfrage auf dem Marienplatz ein Bild von der Gefühlswelt der Menschen, die ihn bevölkern: Damit bleibt das Volks*theater seinem Grundgedanken treu, den Marienplatz besser kennenzulernen und mit der Nachbarschaft des Theater Rampe ins Gespräch zu kommen. Alte Menschen, junge Menschen, ein Taxifahrer, Schüler*innen, Imbissbudenbesitzer*innen – jede*r kommt zu Wort. Obwohl die Gemütslagen der Passant*innen sehr verschieden sind, bleibt doch ein recht zufriedener Gesamteindruck, schließlich ist das Wetter schön. Die alltäglichen Eindrücke vom Marienplatz können dem*der ein oder anderen schlecht gelaunten Zuhörer*in ein Lächeln aufs Gesicht zaubern – da sind wir uns sicher:

Das RAKETENRADIO geht das nächste Mal am 13.12. auf Sendung – mit einem Weihnachtskonzert CHRISTMAS TIME IS HERE!, einer Benefizsendung mit Max Braun, BRTHR, Long Lost Souls, Los Santos & Tremolettes.

Freitag, der 13. war in unserem Falle ein Glückstag. Endlich konnte das JUNGE VOLKS*THEATER nach einer langen (coronabedingten) Pause die Arbeit aufnehmen und eine erste Probe stattfinden lassen.

Bei diesem Projekt arbeiten wir mit jungen Menschen zusammen und wollen gemeinsam ein Theaterstück zum Thema „Marienplatz“ auf die Bühne des Theater Rampe bringen. Bereits in der ersten Probe war die Ideenwerkstatt in vollem Gange – einige Teilnehmer*innen brachten schon ihre ersten Ideen mit. Ein professionelles Filmset mit Greenscreen wurde aufgebaut, eine komplette Nachrichtensendung aufgenommen und die Teilnehmer*innen konnten sich selbst und die anderen in Aufwärmspielen besser kennenlernen. Außerdem wurde eine „Schatzkiste“ mit allen Ideen angelegt, auf die wir im Laufe der Proben immer wieder zurückgreifen können. Alles in allem ein erfolgreicher Auftakt mit motivierten Schüler*innen, der definitiv Lust auf mehr machte!

Das THEATRE OF THE LONG NOW dehnt sich nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich aus – wie immer sehr langsam: Eine Baumreihe wird als Vorstellung von Zukunft gepflanzt und vorgestellt. Es wäre möglich, dass dem einen oder anderen die dabei entstehenden Szenen bekannt erscheinen. Künstler*innen der Wagenhalle stellen sich vor – auch als Teil der mindestens 100-jährigen Vorstellung des Theaters. Verträge werden geschlossen, neue Allianzen geknüpft und eine utopische Zukunft beschworen. Der Weg dahin führt einmal quer durch die Container City.

Der neue Audiowalk entstand während der VERLÄNGERUNG im Jahr 2019 und ist nun permanent auf dem Gelände des THEATRE OF THE LONG NOW und der Fläche der Containercity installiert. Der Startpunkt der elf Stationen am Rande der Theaterbrache, dort wo die Hedwig-Dohm-Straße von der Haltestelle „Pragfriedhof“ auf die Brache trifft, ist gut erkennbar an dem gelben Schild. Per QR-Code ist der Audiowalk 24/7 zugänglich und kann individuell besucht werden, Vorstellungsdauer sind ca. 40 Minuten.

Was brauchst Du?
Ein Smartphone mit mobilem Internet und QR-Code-Reader, sowie Kopfhörer. Falls Dein Handy kein QR-Code Reader hat, können die jeweiligen Web-Adressen im Browser von Hand eingegeben werden (Anweisung auf den Schildern.)

Ort:
Kunstverein Wagenhalle e. V. / Brache bei der Container City
Innerer Nordbahnhof 1
70191 Stuttgart
Deutschland


Das THEATRE OF THE LONG NOW ist das Versprechen, auf einer Brachfläche in Stuttgart eine mindestens 100 Jahre andauernde Aufführung stattfinden zu lassen. Es hat kein Dach, aber ein Ensemble. Es ist eine Institution, aber nirgendwo rechtlich erfasst. Es hat Zuschauer, aber weder ein Mensch noch ein Tier wird je die ganze Aufführung erleben. Das THEATRE OF THE LONG NOW ist sehr langsame Aktionskunst. Das THEATRE OF THE LONG NOW ist eine Produktion von Hertel+Ferl und dem Bureau Baubotanik in Zusammenarbeit mit Kunstverein Wagenhalle e.V. und dem Theater Rampe.


Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Stuttgart, dem Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende
 Baden-Württemberg e.V. sowie dem Förderprogramm urbanes Grün des Amts für Stadtplanung und Stadterneuerung der Stadt Stuttgart.

Das Festival DIE IRRITIERTE STADT (21.-26. Juli 2020) sucht Chöre und Sänger*innen

Für die Uraufführung der Chor-Sinfonie CIRCLES für bis zu 300 Mitwirkende mit Musik, Gesang, Bewegung und Tanz im Stuttgarter Stadtraum suchen wir Chöre und Sänger*innen. Sie sind eingeladen, Teil eines großen theatralischen Rituals zu werden. Der Komponist Amir Shpilman schreibt dafür eine Partitur, die Regisseurin Marie Bues inszeniert sie gemeinsam mit der Tänzerin Ariel Cohen und dem Bildenden Künstler Yair Kira.

Profis und Amateure jeden Alters, mit viel oder wenig Erfahrung und Leidenschaft zur Musik aus Stuttgart und Umgebung sind herzlich willkommen!

Termine:
Generalprobe + 2 Aufführungen im Rahmen des Festivals DIE IRRITIERTE STADT, 21.-26. Juli 2020
1 bis 2 Probentermine nach individueller Absprache im Zeitraum März bis Mai 2020

Idee:
Jede Stadt hat ihren eigenen Rhythmus aus täglichen Routinen. Jede Stadt bildet ein subtiles Beziehungsgeflecht zwischen den Menschen, die in ihr leben, und ein Gefüge aus Klängen, Gerüchen, Emotionen und Farben. CIRCLES macht diese mehrdimensionale Stadt in einem groß angelegten Ritual sichtbar und erlebbar. Neben Musik und Tanz kommt eine Drohnen-Projektion zum Einsatz. Eine chaotisch-eruptive Feier von menschlichen Beziehungen und ihrer Komplexität.

Chorarbeit:
Die Komposition besteht aus einer einfachen ca. 10 minütigen Partitur, die die Chorleiter*innen selbstständig mit ihren Chören einstudieren können, und die in einfachen Variationen in der Aufführung
zusammengesetzt wird. Der Komponist Amir Shpilman kommt zu einzelnen Proben dazu und gibt Einsichten in seine Arbeit.

Das musikalische Material verspricht neue Erfahrung und viel Spaß: Es ist einfach zu proben und dennoch vielfältig an musikalischen Facetten. Lernt neue Chorgesangstechniken, eine Aufwärmübungen für jede Probe auf jedem musikalischen Niveau und Bewegungsmaterial für Auftritte kennen, die Ihr als Chor auch zukünftig auf Euer Repertoire anwenden könnt. Außerdem kommt eine digitale Notation zum Einsatz, die keine musikalischen Vorkenntnisse voraussetzt und von den Chören weiter verwendet werden kann. Werdet Teil eines Abenteuers der zeitgenössischen Musik!

Bewerbung bis zum 21. Februar 2020

Information: Fabian Lang (fabian.lang [at] mdjstuttgart.de)

DIE IRRITIERTE STADT – EIN FEST DER KÜNSTE versammelt Projekte und Aufführungen aus Tanz, Theater, Performance, Musik, Aktionen, Stadtrundgängen u.v.m in Stuttgart. Sie untersuchen die Frage, wie Stadtgesellschaft und Kunst im öffentlichen Raum Perspektiven für ein Zusammenleben in der Stadt gestalten und im Austausch miteinander weiterentwickeln können.

DIE IRRITIERTE STADT ist ein Projekt von Akademie Schloss Solitude, Freie Tanz- und Theaterszene Stuttgart, Musik der Jahrhunderte, Produktionszentrum Tanz und Performance und Theater Rampe im Rahmen von Tanzpakt Stuttgart.

Gefördert von TANZPAKT Stadt-Land-Bund aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch die Stadt Stuttgart.

Eine Performance mit drei ungeprobten Menschen

Im Januar 2020 wird Ant Hampton für eine Probenresidenz am Theater Rampe zu Gast sein, um gemeinsam mit den Künstler*innen Nora Tormann, Anna Rispoli, Dora Meierhans and Arantxa Martinez an seinem neuen Stück ZWEI ERWACHSENE UND EIN KIND zu arbeiten.

Für die Recherche-Phase werden sie zwischen 3. und 11. Januar eine Reihe von „ungeprobten Gastperformer*innen einladen. Gesucht werden jeweils zwei Erwachsene und ein Kind zwischen 8 und 10 Jahren. Der Zeitaufwand ist einmalig ca. 2 Stunden. Hinweis: Deutsch-Kenntnisse sind nur für die Kinder erforderlich.

Bei Interesse, einfach eine E-Mail an kontakt@theaterrampe.de senden.

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Zwei Erwachsene und eine Kind

ist eine automatisch ausgelöste Performance mit drei Personen auf der Bühne: zwei Erwachsene und ein Kind. Alle drei Darsteller*innen sind völlig unerprobt und daher für jede Präsentation unterschiedlich. Das Publikum entdeckt alles zur gleichen Zeit wie die Darsteller*innen.

Die beiden Erwachsenen (egal welchen Alters und Geschlechts) erhalten visuelle Hinweise auf einem Bildschirm hinter dem Publikum und reagieren darauf. Ihr Blick wird von zwei weiteren Bildschirmen zur Linken und Rechten gelenkt. Ihre Performance wird sich also auf Bewegungen fokussieren und nicht auf Sprache. Das Kind (im Alter von 8 bis 10 Jahren) hingegen erhält ihre*seine Anweisungen per Kopfhörer.

Während die Performer*innen sich bewegen und auf die Anweisungen reagieren, spricht eine tiefe Stimme zum Publikum. Sie wechselt zwischen Narration, Kommentar, Interpretation und Gesang; die Verbindung zum Bühnengeschehen ist bisweilen eindeutig, bisweilen eher indirekt.

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Der Moment, in dem wir jemanden zum erstenmal auf der Bühne sehen, ist aufregend. Wir wissen nicht, wer die Person sind, wen oder was sie repräsentieren oder ob sie überhaupt jemanden oder etwas darstellen. In dieser Performance haben auch die Darsteller*innen keine Ahnung. Sie begeben sich gemeinsam auf die Suche und versuchen Schlussfolgerungen zu ziehen. Das Stück spielt mit unserem Bewusstsein und präsentiert verschiedene mögliche Interpretationen. Handelt es sich um eine Familie? Hat sich das Kind verirrt? Hat das Kind das Sagen? Was haben diese Menschen erlebt, was verkörpern sie?

“So gleiten wir hinein in Normen wie in Kleidungsstücke, ziehen sie uns über, weil sie bereitliegen für uns, weil sie uns übergestülpt werden, weil sie sich anpassen oder weil wir, unbemerkt, uns anpassen. […] „Home is where we start from“, hat der Psychologe D. W. Winnicott einmal gesagt, Heimat ist das, von wo wir ausziehen, wo wir beginnen. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist nicht das, wo wir bleiben, es ist nicht, das was uns unverändert begleitet. (Carolin Emcke: Wie wir begehren)

 

 

ENGLISH VERSION:

A performance for three unrehearsed humans

In January  2020 Theater Rampe will be hosting Ant Hampton for a residency for research into a new work, TWO ADULTS AND A CHILD, together with artists Nora Tormann, Anna Rispoli, Dora Meierhans and Arantxa Martinez.

For their research phase, they will require a series of ‘unrehearsed guest performers’ to come in and work with them for defined sessions between January 3 and 11. Please note, only the child needs to speak German; for the adult performers, language is no problem!

If you or anyone you can think of are interested, please read the description below and get in touch by email kontakt@theaterrampe.de

***

TWO ADULTS AND A CHILD

is an automatically-triggered performance with three bodies on-stage: two adults and a child. All three performers are completely unrehearsed, and therefore different for each presentation. The audience are aware of discovering everything at the same time as the performers.

The two adults (who can be of any age or gender) respond to visual cues from a screen behind the audience: they copy what they see, as best they can. Their gaze is moved around by two other screens to the left and right, hidden in the wings. Their performance will therefore be focussed on movement (no speaking). The child will be between 8-10 years old and receives his/her instructions via headphones.

While all three performers move and respond to the prompts, a low voice speaks to the audience. This voice shifts mode between narrating, commenting, interpreting and singing; its connection to what’s happening at times explicit, at others oblique.

*

When we first see someone on a stage, it’s exciting when we don’t know who they are, who or what they represent, or even if they want to represent something or someone. In this instance, the performers also have no idea! Everyone is searching together, trying to come to conclusions. The piece plays with our awareness of this shared search, and presents different possible interpretations or outcomes. Is it a family? Is the child lost? Is the child in charge? What have these people lived, what do they embody?

„We slip into norms the way we slip into clothes, putting them on because they’re laid out ready for us, because someone pulls them over our heads, because they come to fit us or because, without even noticing, we come to fit them. (…) ‚Home is where we start from,’ the psychoanalyst D. W. Winnicott once said, and it is no more and no less than that. It is where we begin, where we set off from. It’s not where we stay; it’s not somewhere that accompanies us unchanged.” – Caroline Emcke, ‚How We Desire’

 

 

 

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Für die neue Produktion des Stuttgarter Künstler-Duos Herbordt/Mohren DAS FESTIVAL werden Kinder und Jugendliche gesucht, die Lust haben, sich im Rahmen des Kinderprogramms mit kurzen Kompositionen Neuer Musik zu beschäftigen. Mit Knackfröschen, Pauken, Stimmen, Keyboards, Füßen, Klangpostkarten und einem faltbaren Gewächshaus. Eine erfahrene Schlagzeugerin und eine ebensolche Erzieherin aus Stuttgart begleiten Euch dabei. Musikalische Vorkenntnisse oder Spielerfahrungen im Theater sind keine Voraussetzung.

Wo
Theater Rampe Stuttgart

Wann
Kennenlernen bei einem Termin nach Absprache zwischen dem 24. und 31.10.2019
Aktionszeitraum: 1. November: 10-20, 2. November,14-20 Uhr
Rückmeldungen und Fragen bitte an: produktion@theaterrampe.de

Wer
Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 18 Jahren.

Die Kinder und Jugendlichen können selbst wählen, welche Stücke sie kennenlernen möchten, wieviel Zeit sie mit den Kompositionen verbringen möchten und ob am Ende eine Ton- und/oder Videoaufnahme stehen soll. Wir freuen uns, Euch kennenzulernen!

Melanie Mohren, Bernhard Herbordt und das Team der Rampe.

Mehr:
info@die-institution.org
Tel.: 0711-57646575
http://www.die-institution.org


DAS FESTIVAL ist die Feier einer anderen Welt. Zuschauer*innen reisen auf erfundenen (oder verschütteten) Routen zu Hotels, Akademien und besonderen Orten, die es so nicht (oder nicht mehr) gibt. Ohne den Saal im Theater Rampe zu verlassen. Begleitet von Performer*innen, Musiker*innen. Alle zu besuchenden Orte sind selbst Kunstwerke: ein Feld als Leinwand, eine unendliche Bibliothek, ein unvollendetes Theater, eine ausrangierte Fähre als Foyer. Das Festival ist ein unmögliches Festival, kuratiert und in Szene gesetzt von Melanie Mohren und Bernhard Herbordt, mit Uraufführung von Original-Kompositionen verschiedenster Komponist*innen zeitgenössischer Musik.