Eine Performance mit drei ungeprobten Menschen

Im Januar 2020 wird Ant Hampton für eine Probenresidenz am Theater Rampe zu Gast sein, um gemeinsam mit den Künstler*innen Nora Tormann, Anna Rispoli, Dora Meierhans and Arantxa Martinez an seinem neuen Stück ZWEI ERWACHSENE UND EIN KIND zu arbeiten.

Für die Recherche-Phase werden sie zwischen 3. und 11. Januar eine Reihe von „ungeprobten Gastperformer*innen einladen. Gesucht werden jeweils zwei Erwachsene und ein Kind zwischen 8 und 10 Jahren. Der Zeitaufwand ist einmalig ca. 2 Stunden. Hinweis: Deutsch-Kenntnisse sind nur für die Kinder erforderlich.

Bei Interesse, einfach eine E-Mail an kontakt@theaterrampe.de senden.

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Zwei Erwachsene und eine Kind

ist eine automatisch ausgelöste Performance mit drei Personen auf der Bühne: zwei Erwachsene und ein Kind. Alle drei Darsteller*innen sind völlig unerprobt und daher für jede Präsentation unterschiedlich. Das Publikum entdeckt alles zur gleichen Zeit wie die Darsteller*innen.

Die beiden Erwachsenen (egal welchen Alters und Geschlechts) erhalten visuelle Hinweise auf einem Bildschirm hinter dem Publikum und reagieren darauf. Ihr Blick wird von zwei weiteren Bildschirmen zur Linken und Rechten gelenkt. Ihre Performance wird sich also auf Bewegungen fokussieren und nicht auf Sprache. Das Kind (im Alter von 8 bis 10 Jahren) hingegen erhält ihre*seine Anweisungen per Kopfhörer.

Während die Performer*innen sich bewegen und auf die Anweisungen reagieren, spricht eine tiefe Stimme zum Publikum. Sie wechselt zwischen Narration, Kommentar, Interpretation und Gesang; die Verbindung zum Bühnengeschehen ist bisweilen eindeutig, bisweilen eher indirekt.

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Der Moment, in dem wir jemanden zum erstenmal auf der Bühne sehen, ist aufregend. Wir wissen nicht, wer die Person sind, wen oder was sie repräsentieren oder ob sie überhaupt jemanden oder etwas darstellen. In dieser Performance haben auch die Darsteller*innen keine Ahnung. Sie begeben sich gemeinsam auf die Suche und versuchen Schlussfolgerungen zu ziehen. Das Stück spielt mit unserem Bewusstsein und präsentiert verschiedene mögliche Interpretationen. Handelt es sich um eine Familie? Hat sich das Kind verirrt? Hat das Kind das Sagen? Was haben diese Menschen erlebt, was verkörpern sie?

“So gleiten wir hinein in Normen wie in Kleidungsstücke, ziehen sie uns über, weil sie bereitliegen für uns, weil sie uns übergestülpt werden, weil sie sich anpassen oder weil wir, unbemerkt, uns anpassen. […] „Home is where we start from“, hat der Psychologe D. W. Winnicott einmal gesagt, Heimat ist das, von wo wir ausziehen, wo wir beginnen. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist nicht das, wo wir bleiben, es ist nicht, das was uns unverändert begleitet. (Carolin Emcke: Wie wir begehren)

 

 

ENGLISH VERSION:

A performance for three unrehearsed humans

In January  2020 Theater Rampe will be hosting Ant Hampton for a residency for research into a new work, TWO ADULTS AND A CHILD, together with artists Nora Tormann, Anna Rispoli, Dora Meierhans and Arantxa Martinez.

For their research phase, they will require a series of ‘unrehearsed guest performers’ to come in and work with them for defined sessions between January 3 and 11. Please note, only the child needs to speak German; for the adult performers, language is no problem!

If you or anyone you can think of are interested, please read the description below and get in touch by email kontakt@theaterrampe.de

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TWO ADULTS AND A CHILD

is an automatically-triggered performance with three bodies on-stage: two adults and a child. All three performers are completely unrehearsed, and therefore different for each presentation. The audience are aware of discovering everything at the same time as the performers.

The two adults (who can be of any age or gender) respond to visual cues from a screen behind the audience: they copy what they see, as best they can. Their gaze is moved around by two other screens to the left and right, hidden in the wings. Their performance will therefore be focussed on movement (no speaking). The child will be between 8-10 years old and receives his/her instructions via headphones.

While all three performers move and respond to the prompts, a low voice speaks to the audience. This voice shifts mode between narrating, commenting, interpreting and singing; its connection to what’s happening at times explicit, at others oblique.

*

When we first see someone on a stage, it’s exciting when we don’t know who they are, who or what they represent, or even if they want to represent something or someone. In this instance, the performers also have no idea! Everyone is searching together, trying to come to conclusions. The piece plays with our awareness of this shared search, and presents different possible interpretations or outcomes. Is it a family? Is the child lost? Is the child in charge? What have these people lived, what do they embody?

„We slip into norms the way we slip into clothes, putting them on because they’re laid out ready for us, because someone pulls them over our heads, because they come to fit us or because, without even noticing, we come to fit them. (…) ‚Home is where we start from,’ the psychoanalyst D. W. Winnicott once said, and it is no more and no less than that. It is where we begin, where we set off from. It’s not where we stay; it’s not somewhere that accompanies us unchanged.” – Caroline Emcke, ‚How We Desire’

 

 

 

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